Wirtschaft

Sprit-Schock: Super E10 so teuer wie nie

E10 so teuer wie nie: Der Irankrieg treibt die Spritpreise auf Rekordniveau – was Autofahrer jetzt hart trifft

03.09.2026, 09:05 Uhr

E10-Preis erreicht neuen Höchststand

Nach dem erneuten Aufflammen des Kriegs im Iran ist der Preis für Super E10 auf ein Rekordniveau gestiegen. Wie der ADAC am Donnerstag mitteilte, kostete ein Liter am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,215 Euro. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 2,203 Euro aus dem März 2022 übertroffen.

Dabei handelt es sich um einen nominellen Rekord. Inflationsbereinigt war Benzin in früheren Jahren bereits teurer, etwa 2012.

Als Treiber gelten vor allem die jüngste militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran sowie die darauf folgenden Gegenangriffe. Dadurch zogen die Rohölpreise erneut an. Zusätzlich wirkte sich das Niedrigwasser am Rhein auf die Kraftstoffpreise aus, weil es die Transportkosten erhöhte.

E10 ist in Deutschland die günstigste gängige Benzinsorte. Üblicherweise liegt der Preis 5 bis 6 Cent pro Liter unter dem von Super E5, das einen geringeren Biosprit-Anteil enthalten darf.

Mit hohen Spritpreisen werden regelmäßig Forderungen nach Entlastungen für Autofahrer laut. Von Anfang Mai bis Ende Juni galt bereits ein Tankrabatt von 16,7 Cent je Liter, der den Bund laut einer Schätzung des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro kostete. Eine Neuauflage lehnt die Bundesregierung bislang ab. Als Grund gelten auch die angespannten Staatsfinanzen.

Nominelle Preisrekorde zeigen allerdings nur begrenzt, wie stark Verbraucher tatsächlich belastet sind, weil neben den Preisen auch die Einkommen steigen. Die Teuerung lag im August bei 2,9 Prozent.

Ein paar Cent pro Kilometer

Auch wenn eine Tankfüllung inzwischen schnell mehr als 100 Euro kostet, bleibt der Effekt auf die Kilometerkosten eines Autos vergleichsweise begrenzt. Steigt der Spritpreis um 50 Cent je Liter, verteuert sich ein Kilometer bei einem Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer rechnerisch nur um 4 Cent.

Größere Kostentreiber sind oft andere Faktoren, etwa der Wertverlust bei neueren Fahrzeugen. Laut ADAC liegen die Kilometerkosten nur bei sehr wenigen Autos unter 40 Cent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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