Wirtschaft

E-Auto-Boom überrascht alle

E-Autos knacken 32,4 Prozent Marktanteil – steckt dahinter nur die Prämie oder beginnt jetzt der große Boom?

03.09.2026, 11:18 Uhr

Im August sind in Deutschland erneut wesentlich mehr Elektroautos neu zugelassen worden als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts kamen im vergangenen Monat knapp 69.000 batterieelektrische Fahrzeuge neu auf die Straße. Das entspricht einem Plus von 75,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Anteil reiner E-Autos an allen Neuzulassungen lag damit bei 32,4 Prozent.

Als wichtiger Treiber gilt die staatliche Förderung für E-Autos. Bereits im ersten Halbjahr wurden fast 50 Prozent mehr BEVs zugelassen als im entsprechenden Zeitraum 2025. Allerdings fällt der Vergleich auch deshalb so deutlich aus, weil der Absatz von Elektroautos 2025 zuvor stark eingebrochen war. Die hohen Zuwachsraten bauen somit auf einem vergleichsweise niedrigen Ausgangsniveau auf.

Experte sieht Boom nur vorübergehend

Nach Einschätzung des EY-Experten Constantin Gall dürfte der Nachfrageschub vor allem an die staatliche Förderung gekoppelt sein. Er rechnet damit, dass die Zulassungszahlen wieder deutlich zurückgehen könnten, sobald die Unterstützung wegfällt. Der aktuelle Boom sei daher mit viel Steuergeld erkauft.

Insgesamt mehr Neuzulassungen im August

Über alle Antriebsarten hinweg wurden im August rund 212.500 Autos neu zugelassen. Das waren 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von den Neuzulassungen entfielen 40,5 Prozent auf private Halter und 59,4 Prozent auf gewerbliche Zulassungen.

Chinesische Hersteller gewinnen Marktanteile

Vom Wachstum am deutschen Neuwagenmarkt profitierten zuletzt laut EY vor allem ausländische Autobauer. Deutsche Hersteller verloren demnach weiter Marktanteile. Im August schrumpfte ihr Anteil am deutschen Neuwagenmarkt laut EY um 4,6 Prozentpunkte, nachdem er im Juli bereits um 0,9 Prozentpunkte gesunken war.

Besonders stark legten chinesische Hersteller zu: Ihr Absatz stieg im August um 90 Prozent. Der Marktanteil wuchs von 4,4 auf 8,0 Prozent und erreichte damit laut EY einen Rekordwert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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