Wirtschaft

Konzerne zünden Wasserstoff-Offensive in Europa

Revolution auf Europas Straßen? Lkw-Giganten setzen jetzt alles auf Wasserstoff – mit neuen Tankstellen und Kampfpreisen.

03.09.2026, 09:18 Uhr

Daimler Truck, Volvo, Toyota Motor, Bosch, Air Liquide, TotalEnergies, Teal Mobility und MB Energy wollen ihre Zusammenarbeit beim Ausbau der Wasserstoffwirtschaft vertiefen. Nach Angaben der Unternehmen ist unter anderem der Aufbau eines europäischen Netzes von Wasserstofftankstellen geplant. Gemeinsames Ziel sei es, Wasserstoff vor allem über eine leistungsfähige Infrastruktur und wettbewerbsfähige Preise marktfähiger zu machen. Weitere Einzelheiten sollen am 15. September auf einer Pressekonferenz in Hannover vorgestellt werden.

Die Lkw-Industrie sucht seit geraumer Zeit nach Antriebsalternativen zum klassischen Verbrennungsmotor. Neben batterieelektrischen Lastwagen gilt dabei auch Wasserstoff als möglicher Weg. Daimler Truck, Toyota und Volvo sind bereits über das Gemeinschaftsunternehmen Cellcentric miteinander verbunden. Die Firma mit Sitz in Kirchheim unter Teck entwickelt, produziert und vertreibt Brennstoffzellensysteme für schwere Nutzfahrzeuge.

Umweltfreundliche Antriebe noch selten im Markt

Wie in der Pkw-Branche wächst auch bei Nutzfahrzeugen der Druck, emissionsärmere Lösungen anzubieten. Im Alltag spielen diese bislang jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Zwar verkauft Daimler Truck bereits elektrische Lkw, doch ihr Anteil am gesamten Absatz ist weiterhin sehr gering. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Entwicklung von Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb voran. Nach Erprobungen mit Prototypen soll zum Jahresende eine Kleinserie von 100 Fahrzeugen bei Kunden eingesetzt werden.

Dass Wasserstoff-Lkw bisher noch ein Nischenthema sind, zeigt auch Bosch: Das Unternehmen bietet schon seit einiger Zeit einen ausgezeichneten Brennstoffzellenantrieb für Lastwagen an, die Nachfrage bleibt jedoch begrenzt.

Nach Einschätzung der beteiligten Unternehmen kann ein umfassendes Wasserstoff-Ökosystem nur entstehen, wenn die gesamte Wertschöpfungskette eng aufeinander abgestimmt wird. Dieses System solle batterieelektrische Lösungen ergänzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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