Lage auf dem Rhein etwas entspannter – aber keine dauerhafte Entwarnung
Nach den historischen Niedrigwasserständen hat sich die Situation für die Schifffahrt auf dem Rhein etwas verbessert. Von einer echten Entwarnung kann jedoch keine Rede sein, denn Prognosen zufolge dürften die Pegel in den nächsten Tagen erneut fallen.
Vor allem zwischen St. Goar und Mainz können Schiffe weiterhin vielerorts nur mit reduzierter Ladung unterwegs sein. Fabian Spieß, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), erklärte, die Einschränkungen seien zwar geringer als noch Anfang und Mitte August. Durch die zuletzt leicht gestiegenen Wasserstände habe der Schiffsverkehr aber spürbar zugenommen. Damit die meisten Schiffe wieder voll beladen fahren können, wäre am Pegel Kaub ein Wasserstand von rund 150 Zentimetern nötig.
Kaub liegt am Mittelrhein zwischen St. Goar und Mainz und gilt als Engstelle für die Rheinschifffahrt. Nach Angaben des BDB ist die Fahrrinne in diesem Bereich weniger gut ausgebaut. Zu Beginn der Woche lag der Pegel dort noch bei 73 Zentimetern, bis Mittwoch fiel er bereits auf 59 Zentimeter. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde und die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung erwarten bis Anfang kommender Woche sogar Werte von unter 40 Zentimetern. In der 14-Tage-Prognose zeichnet sich danach wieder ein leichter Anstieg ab.
Mitte August war der Pegel in Kaub zeitweise auf nur noch 6 Zentimeter gefallen – ein historischer Tiefststand. In der Folge kam der Güterverkehr auf dem Rhein stark unter Druck: Frachtschiffe konnten teilweise gar nicht mehr fahren oder nur noch ohne nennenswerte Ladung. Erst in der zweiten Augusthälfte sorgten Niederschläge wieder für etwas höhere Wasserstände.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber