Politik

Warum Merz, Söder und Aigner in München zusammenkamen

Entscheidung steht kurz bevor: Wen kürt die CDU zur Bundespräsidentin? In München könnte Merz sie schon treffen.

06.11.2026, 15:02 Uhr

Festakt in München: Merz, Söder und Aigner bei Jubiläum der Synagoge Ohel Jakob

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist am Montag nach München, um dort gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder und der Präsidentin des bayerischen Landtags, Ilse Aigner, an einer Feier zum 20-jährigen Bestehen der Hauptsynagoge Ohel Jakob teilzunehmen. Der Termin folgt direkt auf Beratungen der CDU-Spitzengremien in Berlin, bei denen eine Entscheidung über die Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten fallen soll. Vieles deutet darauf hin, dass sich die Parteiführung für Aigner ausspricht.

Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte den Besuch des Kanzlers bei der Berliner Regierungspressekonferenz angekündigt. Merz wolle mit seiner Teilnahme die große Bedeutung eines lebendigen jüdischen Lebens in Deutschland unterstreichen, sagte Kornelius. Auch die Anwesenheit von Söder und Aigner wurde in München bestätigt.

Aigner gilt als wahrscheinliche Kandidatin

Ilse Aigner war bereits vor Monaten von Markus Söder als mögliche Bewerberin für das höchste Staatsamt genannt worden. Inzwischen haben sich auch mehrere CDU-Ministerpräsidenten sowie Abgeordnete des Bundestags positiv zu ihrer Kandidatur geäußert.

Eine öffentliche Festlegung von Merz gibt es bislang zwar nicht. Dennoch gilt es als sehr wahrscheinlich, dass er Aigner nominieren wird. Sollte die Entscheidung zuvor fallen, könnte der Festakt in München das erste öffentliche Zusammentreffen des Kanzlers mit der designierten Kandidatin sein.

Die Münchner Hauptsynagoge wurde am 9. November 2006 eingeweiht – bewusst am Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938, als die Nationalsozialisten im ganzen Land jüdische Einrichtungen zerstörten und Gewalt gegen jüdische Bürger verübten. Der Name Ohel Jakob erinnert an die frühere Synagoge, die von den Nationalsozialisten vernichtet worden war.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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