Futrue plant Millionenoffensive für Hirn-Computer-Schnittstellen in München
Die oberbayerische Unternehmensgruppe Futrue will rund 100 Millionen Euro in eine Zukunftstechnologie der Medizintechnik investieren. In München soll ein neues Entwicklungszentrum mit angeschlossener Produktion für sogenannte Brain-Computer-Interfaces (BCI) entstehen. Diese Systeme verbinden Gehirn und Computer und sollen es beispielsweise gelähmten Menschen ermöglichen, elektronische Geräte allein mit Gedanken zu bedienen.
An solchen Lösungen wird weltweit seit Jahren gearbeitet. Auch der US-Unternehmer Elon Musk treibt mit seinem Projekt Neuralink die Entwicklung voran, daneben sind zahlreiche Start-ups in diesem Bereich aktiv. Forschung dazu gibt es auch an der Technischen Universität München: Dort setzten Mediziner im Jahr 2025 einem querschnittgelähmten Patienten ein elektronisches Hirnimplantat ein.
Futrue mit Sitz in Gräfelfing bei München ist kein junges Start-up, sondern eine seit 2008 aufgebaute Unternehmensgruppe mit mehr als 20 Gesellschaften, vor allem aus den Bereichen Pharma und Nahrungsergänzung. Gegründet wurde der Konzern vom Mediziner Clemens Fischer, der ehrgeizige Ziele verfolgt. Nach Angaben des Unternehmens soll die Tochter Futrue Neurosciences im Wettbewerb um die weltweite Technologieführerschaft mit Musks Neuralink konkurrieren. Auf der Website der TU München wird Futrue zudem als eines von mehreren Partnerunternehmen einer Forschungsallianz für Neurotechnologie genannt.
Die Grundlage der Technologie sind die sehr schwachen elektrischen Signale der Nervenzellen im Gehirn. Implantierte elektronische Schnittstellen erfassen diese Impulse, wandeln sie in digitale Signale um und leiten sie an externe Geräte weiter. Auf diese Weise könnten schwer gelähmte Menschen künftig Computer und andere Technik direkt per Gedankenkraft steuern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber