Wirtschaft

Immer mehr Hersteller: Nahrungsergänzung explodiert

Boom um Pillen und Pulver: Warum Nahrungsergänzung in Deutschland plötzlich Rekorde bricht – und was dahintersteckt

03.11.2026, 09:40 Uhr

Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland erreicht Höchststand

Die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland ist 2025 auf ein Rekordniveau gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr 241.000 Tonnen produziert. Das entspricht einem Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Seit 2019, als diese Produkte erstmals separat in der Statistik ausgewiesen wurden, hat sich auch ihr Produktionswert stark erhöht. Demnach legte er um 137,6 Prozent zu und erreichte 2025 rund 2,08 Milliarden Euro.

Auch die Zahl der Hersteller wächst weiter. Unternehmen, die etwa Brausetabletten mit Calcium oder Magnesium, Johanniskraut-Präparate, eiweißhaltige Trinknahrung, Kieselerde oder Kapseln mit Zink und Hefe herstellen, wurden 2025 mit 72 Betrieben erfasst. Im Jahr davor waren es 64, 2019 noch 52. Berücksichtigt werden Firmen mit mindestens 20 Beschäftigten.

Für wen Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind

Für gesunde Menschen mit einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nicht notwendig. Anders kann es bei bestimmten Risikogruppen oder bei einem ärztlich festgestellten Nährstoffmangel aussehen. In solchen Fällen können sie sinnvoll sein.

Experten warnen vor Risiken bei pflanzlichen Zusätzen

Zugleich gibt es Bedenken mit Blick auf Sicherheit und Qualität einzelner Produkte. Eine Gruppe aus Wissenschaftlern, Ärzten und Verbraucherschützern hatte zuletzt vor deutlichen Problemen bei Nahrungsergänzungsmitteln mit sogenannten Botanicals gewarnt. Gemeint sind Inhaltsstoffe auf Basis von Pflanzen, Algen, Pilzen oder Flechten.

Magnesium-Tabletten
Viele Menschen ergänzen ihre Ernährung durch Einnahme von Mineralstoff-Präparaten. (Symbolbild) Quelle: Monika Skolimowska/dpa/dpa-tmn

In einem Schreiben an mehrere Bundesministerien forderten die Experten, die bislang unzureichend geregelte Situation bei solchen Zutaten im Interesse des Verbraucherschutzes zu beenden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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