Wirtschaft

Binance: Nordkorea kontert Vorwurf um Milliardenraub

Mega-Hack bei Krypto-Börse: Nordkorea weist jede Schuld zurück – Kim Jong Uns Schwester nennt die Vorwürfe „absurd“.

03.11.2026, 03:59 Uhr

Nordkorea weist US-Vorwürfe zum Milliardenraub bei Binance zurück

Nordkorea hat die Anschuldigungen aus den USA, hinter dem Diebstahl von mehreren Milliarden Dollar bei der Kryptoplattform Binance zu stehen, scharf zurückgewiesen. Kim Yo Jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, nannte den Vorwurf in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung „absurd“ und sprach von einer „schwerwiegenden politischen Provokation“.

Der Angriff auf Binance gilt gemessen an der mutmaßlichen Schadenssumme von mehr als sechs Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 5,4 Milliarden Euro, als bislang größter Hackerangriff auf eine Kryptobörse. Zum Vergleich: Nach Schätzungen der südkoreanischen Zentralbank lag Nordkoreas gesamter Außenhandel im vergangenen Jahr bei etwa 3,1 Milliarden Dollar – also nur bei rund der Hälfte der Summe, die beim Krypto-Diebstahl entwendet worden sein soll.

Nordkoreas Hacker sollen auch Waffenprogramme finanzieren

Kim Yo Jong warf Washington vor, Nordkorea regelmäßig ohne Belege mit internationaler Cyberkriminalität in Verbindung zu bringen. Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA Pjöngjang für einen Angriff auf die Kryptobörse Bybit verantwortlich gemacht. Dabei wurden digitale Vermögenswerte im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar erbeutet.

Nach Darstellung Kims zielen die wiederholten Vorwürfe darauf ab, Nordkoreas internationales Ansehen zu beschädigen und die staatliche Souveränität des Landes zu verletzen.

Das FBI hatte in der vergangenen Woche erklärt, Nordkorea trage die Verantwortung für den Diebstahl bei Binance. Nach Angaben der US-Bundespolizei war eine von Pjöngjang unterstützte Hackergruppe an dem Angriff beteiligt.

Internationale Sicherheitsforscher bringen nordkoreanische Hacker seit Jahren mit zahlreichen Attacken auf Kryptoplattformen in Verbindung. Den Einschätzungen zufolge sollen die erbeuteten Gelder unter anderem zur Finanzierung der nordkoreanischen Waffenprogramme verwendet werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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