Bayern

Schafkopfen erlaubt! Dieser Verein zeigt die Wirtshäuser

Schafkopfer aufgepasst: Diese Wirtshäuser zeigen jetzt offiziell, wo Kartenrunden willkommen sind – und das könnte vieles ändern.

03.11.2026, 09:08 Uhr

Schafkopfen: Initiative kennzeichnet Wirtshäuser, in denen Kartler willkommen sind

Schafkopfen gilt in Bayern als gelebte Tradition und kulturelles Erbe. Damit Spieler passende Treffpunkte leichter finden, startet der Landesverein für Heimatpflege eine neue Aktion für kartelfreundliche Gaststätten.

Wie Geschäftsführer Rudolf Neumaier erklärte, hätten viele Kartler Schwierigkeiten, überhaupt ein Wirtshaus zu finden, in dem Schafkopfrunden gern gesehen sind. Genau dort setzt die Initiative an: Wirtshäuser, die Spieler ausdrücklich willkommen heißen, sollen sichtbar gemacht werden.

Auf einer neuen Internetseite des Landesvereins können sich interessierte Betriebe per Anmeldeformular registrieren. Teilnehmende Wirtshäuser erhalten anschließend eine Plakette für die Hauswand. So soll schon von außen erkennbar sein, dass Schafkopfrunden dort willkommen sind.

Zum Auftakt der Kampagne ist am 21. November ein Schafkopfturnier in der Gaststätte von Schloss Odelzhausen im Landkreis Dachau geplant. Mit dabei ist auch der Dachauer Landrat Stefan Löwl, der als leidenschaftlicher Kartenspieler gilt. Nach Angaben des Landesvereins geht die Idee für die Aktion auf ihn zurück.

Warum die Initiative nötig ist

Nach Einschätzung des Landesvereins gibt es mehrere Gründe, warum in Wirtshäusern immer seltener Schafkopf gespielt wird. Zum einen nimmt die Zahl klassischer Gasthäuser ab. Zum anderen verstehen sich viele Betriebe heute eher als Restaurant. Laut Neumaier seien dort lautere Reaktionen auf das Spielgeschehen, also Freude oder Ärger, häufig weniger erwünscht.

Hinzu komme die verbreitete Annahme mancher Wirte, Schafkopfer würden weniger konsumieren als andere Gäste. Neumaier widerspricht dem jedoch deutlich: Wer mehrere Stunden am Kartentisch sitze, bestelle in der Regel auch etwas zu essen und zu trinken. Eine Brotzeit gehöre für viele Spieler selbstverständlich dazu.

Zugleich gebe es weiterhin Häuser, die das Kartenspiel bewusst pflegen und ihren Gästen sogar Spielkarten oder Schälchen für das Geld bereitstellen. Diesen Wirtshäusern will der Landesverein mit der neuen Plattform mehr Sichtbarkeit verschaffen und ihre Rolle für die bayerische Wirtshaus- und Spielkultur würdigen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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