Apple hat im vergangenen Quartal vor allem mit dem iPhone besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Der Umsatz mit dem Smartphone stieg im Vergleich zum Vorjahr um 17,5 Prozent auf 57,56 Milliarden US-Dollar und lag damit etwa eine Milliarde Dollar über den Marktschätzungen. Das iPhone bleibt damit klar das wichtigste Produkt des Konzerns.
Mitten im Quartal gab es zudem einen Führungswechsel: Der bisherige Hardware-Chef John Ternus übernahm den Chefposten von Langzeit-CEO Tim Cook. Bei seiner ersten Analystenkonferenz als Unternehmenschef betonte Ternus, Apple wolle weiter auf Produkte setzen, die bei Qualität, Leistung, Design und Langlebigkeit höchste Ansprüche erfüllen. Das iPhone solle auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz das zentrale digitale Drehkreuz für die Nutzer bleiben.
Für das laufende Weihnachtsquartal sieht sich Apple allerdings mit kräftigem Gegenwind konfrontiert. Vor allem die rasant steigenden Preise für Speicherchips setzen den Konzern unter Druck. Ternus sprach von einem beispiellosen Kostenanstieg, der weiter anhalte. Apple versuche gegenzusteuern, unter anderem mit niedrigeren Preisen bei anderen Komponenten. Trotzdem sei das Volumen der Produktionsaufträge binnen drei Monaten um 33 Milliarden Dollar gestiegen.
Bei der Bruttomarge erwartet Apple im Weihnachtsquartal nur noch 45 bis 46 Prozent. Das liegt unter den Erwartungen der Analysten; im Frühjahr hatte der Wert noch über 50 Prozent gelegen. Beim Umsatz stellte der Konzern für das laufende Vierteljahr zwar ein Plus von sieben bis zehn Prozent in Aussicht und lag damit über den Prognosen des Marktes. An der Börse überwog jedoch die Sorge über die sinkende Marge: Die Aktie verlor im nachbörslichen US-Handel zeitweise rund drei Prozent.
Im iPhone-Geschäft setzt Apple in dieser Saison auf zwei neue höherpreisige Modellreihen: das iPhone 18 Pro und das iPhone Duo, das erste faltbare Smartphone des Konzerns. Günstigere neue Geräte sollen Medienberichten zufolge erst im kommenden Jahr folgen.
Beim iPhone Duo gibt es derweil weiterhin Lieferengpässe. Schon kurz nach dem Verkaufsstart im Oktober waren die Lieferzeiten für das mehr als 2.000 Euro teure Gerät bis in den Januar gerutscht. Betriebschef Sabih Khan sagte, es sei derzeit schwer vorherzusagen, wann Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommen.
Der Gesamtumsatz von Apple kletterte im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 114,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg ebenfalls um zwölf Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar. Positiv wirkten sich dabei auch Rückzahlungen von US-Importzöllen aus, nachdem das Oberste Gericht der USA einzelne Maßnahmen von Präsident Donald Trump gekippt hatte.
Weniger stark als erhofft entwickelten sich dagegen die Dienstleistungen sowie das Geschäft in China. Zwar legten beide Bereiche zu, sie blieben aber hinter den hohen Erwartungen des Marktes zurück. Finanzchef Kevan Parekh verwies unter anderem darauf, dass Apple in mehreren Ländern die Gebühren gesenkt habe, die der Konzern bei Geschäften über den App Store einbehält.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber