Girocard erreicht im ersten Halbjahr neue Rekordwerte
Die Girocard hat beim bargeldlosen Bezahlen in Deutschland im ersten Halbjahr so häufig zum Einsatz gekommen wie noch nie. Nach Angaben von Euro Kartensysteme nutzten Verbraucherinnen und Verbraucher die Karte rund 4,21 Milliarden Mal. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent übertroffen. Im Gesamtjahr 2025 waren insgesamt 8,3 Milliarden Transaktionen registriert worden.
Besonders stark wächst weiterhin das kontaktlose Bezahlen. Viele Nutzer haben ihre Girocard inzwischen zusätzlich in digitale Geldbörsen auf dem Smartphone eingebunden. Im Juni wurden 92 Prozent aller Zahlungen mit der Girocard kontaktlos abgewickelt. Dabei werden die Zahlungsdaten verschlüsselt mit dem Kassenterminal ausgetauscht, wenn Karte, Smartphone oder Smartwatch nah an das Gerät gehalten werden. Bei kleineren Beträgen ist oft nicht einmal die Eingabe einer PIN nötig.
Auch kleine und kleinste Beträge werden immer öfter mit Karte bezahlt
Im deutschen Einzelhandel stehen inzwischen fast 1,4 Millionen Bezahlterminals zur Verfügung. Dadurch wird die Girocard zunehmend auch bei kleineren Einkäufen genutzt — etwa in der Bäckerei, am Kiosk oder am Automaten. Seit Jahren sinkt deshalb der durchschnittliche Betrag pro Zahlung. Im ersten Halbjahr 2026 fiel dieser Wert weiter auf 36,12 Euro.
Trotz des niedrigeren Durchschnittsbetrags legte das mit der Girocard abgewickelte Gesamtvolumen leicht zu. In den ersten sechs Monaten summierten sich die Umsätze laut Euro Kartensysteme auf 151,9 Milliarden Euro, nach 150,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Girocard soll weitere Funktionen bekommen
In Deutschland sind derzeit rund 100 Millionen Girocards im Umlauf. Die Karte, die viele weiterhin als EC-Karte bezeichnen, ist hierzulande das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel ohne Bargeld.
Künftig soll die Girocard zusätzliche Einsatzmöglichkeiten erhalten. Wie Christopher Kirsch, Direktor Produktentwicklung Girocard bei Euro Kartensysteme, im Juni erklärte, sollen voraussichtlich ab Frühjahr 2027 In-App-Zahlungen möglich werden. Dann könnten Nutzer direkt in den Apps von Händlern mit der Girocard bezahlen. Außerdem ist für das kommende Jahr geplant, dass die Girocard auch dort genutzt werden kann, wo bislang meist eine Kreditkarte verlangt wird — etwa bei der Buchung eines Mietwagens oder der Reservierung eines Hotelzimmers.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber