Wirtschaft

Girocard-Rekord: Warum kontaktlos boomt

Deutschlands Lieblingskarte bekommt ein Upgrade: Warum die Girocard bald viel mehr kann als nur kontaktlos bezahlen

25.08.2026, 05:00 Uhr

Girocard erreicht im ersten Halbjahr neue Bestmarke

Die Girocard hat sich beim bargeldlosen Bezahlen in Deutschland im ersten Halbjahr so stark verbreitet wie nie zuvor. Nach Angaben von Euro Kartensysteme griffen Kundinnen und Kunden rund 4,21 Milliarden Mal zur Karte. Damit lag die Zahl der Zahlvorgänge etwa vier Prozent über dem bisherigen Rekord aus dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2025 waren insgesamt 8,3 Milliarden Transaktionen registriert worden.

Besonders gefragt bleibt das kontaktlose Bezahlen. Viele Verbraucher haben die Girocard inzwischen zusätzlich in digitale Wallets auf dem Smartphone eingebunden. Im Juni wurden 92 Prozent aller Girocard-Zahlungen kontaktlos abgewickelt. Dabei werden die Zahlungsdaten verschlüsselt übertragen, wenn Karte, Smartphone oder Smartwatch nah an das Kassenterminal gehalten werden. Bei kleineren Summen ist oft nicht einmal mehr eine PIN erforderlich.

Karte wird auch für kleine Beträge immer häufiger genutzt

Mittlerweile stehen im deutschen Einzelhandel fast 1,4 Millionen Bezahlterminals zur Verfügung. Dadurch wird die Girocard zunehmend auch bei eher kleinen Einkäufen verwendet, etwa in Bäckereien, an Kiosken oder an Automaten. Seit Jahren sinkt deshalb der durchschnittliche Zahlungsbetrag pro Vorgang. Im ersten Halbjahr 2026 fiel dieser Wert weiter auf 36,12 Euro.

Trotz des niedrigeren Durchschnittsbetrags stieg das mit der Girocard abgewickelte Gesamtvolumen leicht an. In den ersten sechs Monaten summierten sich die Umsätze laut Euro Kartensysteme auf 151,9 Milliarden Euro, nach 150,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Einkäufe mit der Girocard
Die Girocard ist Deutschlands meistgenutzte Bezahlkarte. (Symbolbild) Quelle: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Neue Einsatzmöglichkeiten geplant

In Deutschland sind derzeit rund 100 Millionen Girocards im Umlauf. Die Karte, die viele noch immer als EC-Karte bezeichnen, ist hierzulande weiterhin das wichtigste bargeldlose Zahlungsmittel.

Künftig soll die Girocard noch mehr Funktionen erhalten. Wie Christopher Kirsch, Direktor für die Produktentwicklung der Girocard bei Euro Kartensysteme, im Juni erklärte, sollen ab Frühjahr 2027 In-App-Zahlungen möglich werden. Dann könnten Nutzer direkt in den Apps von Händlern mit der Girocard bezahlen. Außerdem ist bereits für das kommende Jahr vorgesehen, dass die Girocard auch dort eingesetzt werden kann, wo bislang meist eine Kreditkarte verlangt wird — etwa bei der Reservierung von Hotelzimmern oder der Buchung von Mietwagen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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