Mehr Ausfälle im DB-Fernverkehr im ersten Halbjahr
Im ersten Halbjahr ist bei der Deutschen Bahn fast jeder zwölfte Fernzug ganz oder auf einem Teil der Strecke ausgefallen. Die Ausfallquote lag bei acht Prozent, also drei Prozentpunkte höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Seit 2019 war der Wert nur einmal noch höher.
Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Noch mehr Ausfälle hatte es im ersten Halbjahr 2024 gegeben: Damals fiel laut den Angaben jeder achte Fernzug aus, was einer Quote von zwölf Prozent entspricht. Als Hauptgrund werden die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL genannt.
Nach Angaben der Deutschen Bahn fiel allerdings nur knapp die Hälfte der betroffenen ICE- und IC-Züge ersatzlos aus. Die Quote dieser vollständigen Ausfälle lag demnach bei 3,6 Prozent. Viele Reisende hätten auf alternative Verbindungen ausweichen und ihre Fahrt fortsetzen können. Das gelte auch für Züge, die nicht bis zum eigentlichen Zielbahnhof gefahren seien.
Als Gründe für die Einschränkungen nennt die Bahn unter anderem den Wintereinbruch im Januar sowie die Hitze im Juni.
Nur knapp 59 Prozent der Fernzüge pünktlich
Auch insgesamt verlief das erste Halbjahr für den Fernverkehr der Bahn wenig erfolgreich. Nach Unternehmensangaben kamen in den ersten sechs Monaten lediglich 58,7 Prozent der Fernzüge pünktlich ans Ziel. Zugausfälle fließen in diese Statistik nicht ein.
Der Grünen-Verkehrspolitiker Matthias Gastel forderte Konsequenzen. Weder die Deutsche Bahn noch die Bundesregierung dürften den Anstieg und das hohe Niveau der Ausfälle einfach hinnehmen. Viele Ausfälle und Verspätungen stünden mit Störungen an den Fahrzeugen in Zusammenhang. Deshalb müsse die vorbeugende Wartung ausgebaut werden. Zudem sollten an wichtigen Knotenpunkten mehr Reservezüge und zusätzliches Personal bereitstehen.
Die Deutsche Bahn widerspricht dieser Darstellung jedoch. Technische Störungen direkt an den Zügen, etwa bei den Antrieben, seien dank einer jüngeren Fahrzeugflotte zwischen 2019 und 2025 um mehr als 50 Prozent zurückgegangen.
Quelle: dpa
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber