Wirtschaft

Schock um Klaus-Michael Kühne: Er ist tot

Er machte Kühne+Nagel zum Weltkonzern und prägte Hamburg wie kaum ein anderer: Unternehmer Klaus-Michael Kühne ist tot.

24.08.2026, 11:43 Uhr

Der Unternehmer und Förderer Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Nach Angaben von Kühne+Nagel starb er in der Nacht auf Montag in der Schweiz. Mehrere Medien hatten zuvor bereits darüber berichtet.

Der gebürtige Hamburger prägte den Logistikriesen Kühne+Nagel über viele Jahrzehnte. Das Unternehmen, das er von seinem Vater übernahm, entwickelte er von einem mittelständischen Familienbetrieb zu einem international tätigen Konzern mit mehr als 1.300 Standorten in fast 100 Ländern und rund 88.000 Beschäftigten.

Einstieg ins Familienunternehmen in den 1950er Jahren

Laut Unternehmensmitteilung begann Kühnes Laufbahn bei Kühne+Nagel im Jahr 1958. 1966 wurde er Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel Speditions-Aktiengesellschaft. Ab 1975 stand er als Chief Executive Officer an der Spitze der Kühne+Nagel International AG. Von 1992 bis 2011 war er Präsident des Verwaltungsrats, anschließend Ehrenpräsident.

Der Verwaltungsratspräsident der Kühne+Nagel International AG, Jörg Wolle, würdigte ihn als visionären Unternehmer und außergewöhnliche Persönlichkeit. Seine Gedanken seien bei Kühnes Witwe Christine Kühne.

Starkes Engagement für Hamburg

Neben seiner Tätigkeit in der Logistik investierte Kühne rund eine Milliarde Euro in die Reederei Hapag-Lloyd und trug entscheidend dazu bei, dass das traditionsreiche Unternehmen seinen Sitz in Hamburg behielt. Später profitierte er dort auch von sehr hohen Dividendenausschüttungen, die im Zuge der stark gestiegenen Frachtraten während der Corona-Zeit möglich wurden. Zudem hielt er eine bedeutende Beteiligung an der Lufthansa.

Kühne, der keine Kinder hatte, förderte über seine Stiftungen in großem Umfang das kulturelle Leben in Hamburg. Er unterstützte unter anderem die Elbphilharmonie mit Millionensummen und gründete in der Hansestadt eine Hochschule mit Schwerpunkt Logistik. Große öffentliche Aufmerksamkeit erhielt auch sein Engagement beim Fußball-Bundesligisten HSV. In späteren Jahren ließ er außerdem das Luxushotel "The Fontenay" in Hamburg errichten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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