Vor gut zwei Wochen, am 12. August, war in vielen Teilen Europas eine Sonnenfinsternis zu sehen. Wer schon auf das nächste Himmelsereignis wartet, muss nicht lange warten: Bereits an diesem Freitag steht eine partielle Mondfinsternis bevor.
Dabei bewegt sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn zwischen Sonne und Mond. Der Mond tritt dadurch in den Erdschatten ein und wird teilweise verdunkelt. Komplett verschwindet er diesmal jedoch nicht: Rund 93 Prozent der sichtbaren Mondscheibe liegen im Schatten. Deshalb wird es auch keinen klassischen Blutmond geben, bei dem der Mond tiefrot erscheint.
Die jüngste totale Mondfinsternis fand Anfang September vergangenen Jahres statt – damals am Abend. Wer das diesjährige Schauspiel verfolgen möchte, muss dagegen früh aufstehen und sich einen passenden Beobachtungsort suchen.
Wann ist die Mondfinsternis zu sehen?
Das Ereignis spielt sich in den frühen Morgenstunden des Freitags ab. Ab 4.33 Uhr wird der Erdschatten auf dem Mond sichtbar, der Höhepunkt ist um 6.12 Uhr erreicht. Wie lange der Mond noch zu sehen ist, hängt vom jeweiligen Standort ab. In München etwa geht er um 6.32 Uhr unter. Weiter westlich bleibt etwas mehr Zeit.
Wo sind die besten Beobachtungsorte?
Ideal ist ein möglichst dunkler Platz mit freiem Blick nach Westen. Bäume, Häuser oder andere Hindernisse am Horizont sollten möglichst nicht stören. Auch erhöhte Standorte – etwa Hügel oder höher gelegene Gebäude – verbessern die Sicht.
In München lädt die Volkssternwarte am Freitagmorgen zu einer Sonderbeobachtung ein, allerdings sind online bereits keine Karten mehr erhältlich.
In Bayern bieten sich außerdem sogenannte Dark-Sky-Regionen besonders an. Gute Bedingungen verspricht etwa die Winklmoos-Alm in den Chiemgauer Alpen, die auf rund 1.200 Metern Höhe einen weitgehend freien Rundumblick bietet.
Auch die Rhön gilt als besonders geeignet. Das Biosphärenreservat an der Grenze von Bayern, Hessen und Thüringen ist seit 2014 als International Dark Sky Reserve anerkannt und bietet bei klarem Himmel häufig sehr gute Sichtverhältnisse. Ebenfalls empfehlenswert sind der Dillberg in der Oberpfalz und der Rothsee in Mittelfranken.
Welche Rolle spielt das Wetter?
Entscheidend ist ein wolkenfreier oder zumindest wenig bedeckter Himmel im Westen. Ob die Sicht wirklich gut sein wird, lässt sich im Voraus nur begrenzt sicher sagen. Deshalb lohnt es sich, am Abend vorher noch einmal einen aktuellen Wetterbericht zu prüfen.
Braucht man besondere Ausrüstung?
Eine spezielle Schutzbrille wie bei einer Sonnenfinsternis ist nicht nötig. Das vom Mond reflektierte Licht ist deutlich schwächer und die Finsternis kann problemlos mit bloßem Auge beobachtet werden. Weil der Mond dabei tief über dem Horizont steht, wirkt er durch die sogenannte Mondtäuschung oft besonders groß.
Wer fotografieren möchte, kann ein Teleobjektiv nutzen, um die Verdunkelung gut festzuhalten. Auch Aufnahmen mit dem Smartphone sind möglich. Da das Motiv allerdings relativ dunkel ist, verlängern viele Geräte automatisch die Belichtungszeit. Das kann schnell zu verwackelten Bildern führen. Ein Stativ oder eine stabile Ablage hilft in diesem Fall weiter.
Wann gibt es die nächste totale Mondfinsternis?
Die nächste vollständige Mondfinsternis ist am 31. Dezember 2028 zu erwarten. Sie wird dann am Abend stattfinden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber