Wirtschaft

Gas-Alarm: Maschinenbau fürchtet Winter

Leere Gasspeicher, große Sorge: Der Maschinenbau warnt vor Winter-Engpässen – und stellt der Regierung ein heikles Ultimatum.

24.08.2026, 14:39 Uhr

Maschinenbau warnt wegen schwach gefüllter Gasspeicher vor Risiken im Winter

Die vergleichsweise niedrigen Füllstände der deutschen Gasspeicher sorgen im Maschinen- und Anlagenbau für zunehmende Besorgnis. Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VDMA, erklärte in Frankfurt, dass mit Blick auf die nur schleppende Befüllung die Angst vor möglichen Engpässen in der kalten Jahreszeit wachse. Erdgas werde in vielen zentralen Produktionsschritten der Branche dringend benötigt. Ein tatsächlicher Mangel oder stark steigende Preise könnten die Industrie daher erheblich belasten.

Der VDMA sieht dabei nicht nur die Unternehmen selbst in der Verantwortung. Nach Ansicht des Verbands müssen Energieversorger, Großhändler und auch die Bundesregierung ihren Beitrag leisten, um die Versorgung abzusichern. Brodtmann forderte die zuständigen Stellen auf, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen und ausreichende Reserven für den Winter aufzubauen.

Wirtschaftsministerium zurückhaltend bei möglichen Eingriffen

Die geringen Speicherstände haben bundesweit eine neue Diskussion über die Gasversorgung ausgelöst. Zuletzt waren die deutschen Speicher nur etwa zur Hälfte gefüllt. Nach Angaben des Branchenverbands Ines ist das der niedrigste Wert zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2011. Im Vorjahr lag der Stand im selben Zeitraum noch bei 67 Prozent.

Als Grund für die ungewöhnlich hohen Gaspreise in diesem Sommer gilt unter anderem der Krieg mit Iran und die damit verbundene faktische Blockade der Straße von Hormus. Dadurch kaufen Händler weniger Gas für das Wintergeschäft ein.

Im Bundeswirtschaftsministerium von Ministerin Katherina Reiche (CDU) sieht man zunächst die Privatwirtschaft in der Pflicht, also insbesondere Gasunternehmen und Händler. Zugleich betonte das Ministerium, die Regierung bereite mögliche Maßnahmen so vor, dass sie bei einer Verschärfung der Lage rasch und gezielt eingesetzt werden könnten. Aktuell rechne man jedoch noch nicht mit einer Gasmangellage im kommenden Winter.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen