Wirtschaft

EU verbietet Giftstoff in Fast-Food-Verpackungen

XXL-Kartons, Coffee-to-go, Pizza: Die EU sagt dem Verpackungswahn den Kampf an – was sich jetzt beim Müll ändert.

12.08.2026, 05:00 Uhr

Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Verpackungen oder Backpapiere mehr neu in den Handel kommen, wenn sie bestimmte problematische Chemikalien enthalten. Grundlage ist eine neue EU-Verordnung für Verpackungen, die strengere Grenzwerte für sogenannte PFAS festlegt. Diese per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen werden genutzt, damit etwa Pommes-Schachteln oder Döner-Verpackungen nicht durchweichen.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg liegen die zulässigen Werte nun so niedrig, dass ein gezielter Einsatz dieser Stoffe praktisch nicht mehr möglich ist. Bereits eingelagerte Bestände dürfen jedoch noch verbraucht werden. PFAS gelten als gesundheitlich bedenklich.

Die Verordnung bringt zudem weitere tiefgreifende Änderungen mit sich, die Verbraucher überwiegend erst in den kommenden Jahren bemerken werden. Viele Vorgaben greifen schrittweise bis 2030.

Künftig sollen Verpackungen besser recycelbar sein und nur noch so viel Material wie nötig enthalten. Bei Versandkartons im Online-Handel darf der Leerraum höchstens 50 Prozent betragen. Als Leerraum zählt auch Füllmaterial wie Papier, Luftpolsterfolie oder Styroporchips.

Außerdem werden bestimmte Einweg-Kunststoffverpackungen für frisches, unverarbeitetes Obst und Gemüse verboten. Auch besonders leichte Plastiktüten sind künftig untersagt, sofern sie nicht aus Hygienegründen oder für lose Lebensmittel notwendig sind, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden.

Hintergrund der neuen Regeln ist das hohe Aufkommen an Verpackungsmüll in Europa. Laut Eurostat entstanden 2023 pro Einwohner in der EU durchschnittlich 177,8 Kilogramm Verpackungsabfall. Die neuen Vorgaben sollen diese Menge bis 2040 schrittweise um mindestens 15 Prozent gegenüber 2018 senken. Als Zwischenziele sind 5 Prozent weniger bis 2030 und 10 Prozent weniger bis 2035 vorgesehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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