Bilger: Versorgung trotz Niedrigwasser derzeit gesichert
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) rechnet trotz des anhaltenden Niedrigwassers auf zentralen Wasserstraßen aktuell nicht mit Versorgungsproblemen. Der „Rheinischen Post“ sagte er vor einer Schaltkonferenz mit den Verkehrsministerinnen und Verkehrsministern der Länder, nach derzeitigem Stand sei die Versorgung gesichert.
Um Risiken zu begrenzen, müsse allerdings ein größerer Teil des Gütertransports von den Wasserwegen auf Schiene und Straße verlagert werden, betonte Bilger. Bund und Länder wollten das weitere Vorgehen gemeinsam abstimmen. Nach seiner Einschätzung dürfte die angespannte Lage mindestens bis Ende August andauern.
Lob äußerte der Minister in Richtung Deutsche Bahn. Diese habe schnell reagiert und zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Dazu zählten unter anderem weitere Waggons, deren Zahl noch weiter erhöht werden solle.
Bauindustrie warnt vor ersten Lieferproblemen
Deutlich besorgter zeigt sich dagegen die Bauindustrie. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass Lieferanten bereits erste Engpässe bei Baustoffen angekündigt hätten, sollte das Niedrigwasser länger anhalten. Derzeit spreche vieles dafür.
Zwar gebe es momentan noch keine flächendeckenden Baustopps. Sollte die Phase mit wenig Wasser jedoch länger andauern und sich weiter verschärfen, wachse das Risiko für Materialengpässe, steigende Transportkosten und Verzögerungen auf Baustellen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber