Wirtschaft

Kohleausstieg verzögert: Ministerium bremst Bericht aus

Kohle raus, Wind und Sonne rein – doch ausgerechnet ein entscheidender Bericht kommt später. Steckt der Gaskraft-Plan fest?

11.08.2026, 14:43 Uhr

Bericht zum Kohleausstieg in NRW verspätet sich

Das Bundeswirtschaftsministerium wird einen zentralen Bericht zum geplanten Kohleausstieg in Nordrhein-Westfalen nicht fristgerecht vorlegen. Wie das Haus auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, benötige die Ausarbeitung mehr Zeit. Ursprünglich war die Vorlage bis zum 15. August vorgesehen. Zunächst hatten bereits „Spiegel“ und „Welt“ über die Verzögerung berichtet.

Ministerium wartet auf Ergebnisse von Ausschreibungen

Nach Angaben des Ministeriums soll der Bericht so bald wie möglich nach Abschluss der laufenden Analysen veröffentlicht werden. Das Kohleverstromungsbeendigungsgesetz schreibt vor, dass die Bundesregierung die Folgen des Ausstiegs zu bestimmten Zeitpunkten überprüft – etwa mit Blick auf die Versorgungssicherheit und die Entwicklung der Strompreise.

Als Grund für die Verzögerung nennt das Ministerium die in diesem Jahr geplanten Ausschreibungen für neue Stromerzeugungskapazitäten. Deren Ergebnisse sollen noch in die Bewertung einfließen. Vorgesehen ist vor allem der Bau neuer Gaskraftwerke. Insgesamt geht es um 11 Gigawatt zusätzlicher Leistung, die spätestens Ende 2031 verfügbar sein sollen.

Gaskraftwerke zunächst mit Erdgas, später mit Wasserstoff

Die neuen Anlagen sollen zunächst mit Erdgas betrieben werden, was weiterhin mit dem Ausstoß von Treibhausgasen verbunden ist. Spätestens bis 2045 sollen sie jedoch klimaneutral auf Wasserstoff umgestellt werden. Nach Vorstellung der Bundesregierung sollen diese Kraftwerke die Stromversorgung nach dem Kohleausstieg absichern und zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen.

Das Ministerium betonte, man wolle zunächst die Resultate der diesjährigen Ausschreibungsrunden abwarten, um insbesondere für die Zeit ab 2031 eine möglichst belastbare und realistische Einschätzung der Versorgungssicherheit vornehmen zu können.

NRW soll schon 2030 aus der Braunkohle aussteigen

Nordrhein-Westfalen soll die Braunkohleförderung bereits 2030 beenden – und damit acht Jahre früher als ursprünglich geplant. Darauf hatten sich 2022 die damals von Grünen geführten Wirtschaftsressorts in Bund und Land mit dem Energiekonzern RWE verständigt. Bundesweit ist der vollständige Ausstieg aus der Stromerzeugung mit Kohle weiterhin spätestens bis 2038 vorgesehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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