Wirtschaft

Bilger bremst neue E-Auto-Förderung aus

E-Auto-Boom dank Staatsgeld – doch danach soll plötzlich Schluss sein. Warum der Minister keine neuen Prämien mehr will.

11.08.2026, 15:24 Uhr

Bilger hält weitere Kaufprämien für E-Autos künftig für entbehrlich

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger sieht nach dem Auslaufen der derzeitigen Förderung für Elektroautos keinen Anlass für neue staatliche Kaufanreize. Bei einem Unternehmensbesuch in Neumünster erklärte der CDU-Politiker, die bestehende Prämie werde stark nachgefragt. Zugleich machte er deutlich, dass er eine spätere Fortsetzung der Förderung für elektrische Pkw nicht für notwendig halte. E-Autos seien inzwischen technisch ausgereift und preislich so attraktiv, dass sie sich am Markt auch ohne zusätzliche Hilfen behaupten könnten.

Nach Bilgers Einschätzung sind die Voraussetzungen dafür angesichts hoher Spritpreise derzeit besonders günstig. Zudem arbeite die Politik daran, Strom in Deutschland bezahlbarer zu machen. Schon jetzt spreche vieles dafür, beim Autokauf auf ein Elektrofahrzeug zu setzen.

Drei Milliarden Euro bis 2029 vorgesehen

Das Förderprogramm der Bundesregierung aus Union und SPD unterstützt den Kauf und das Leasing von Elektroautos, bestimmten Plug-in-Hybriden sowie Fahrzeugen mit sogenanntem Reichweitenverlängerer. Bedingung ist, dass das Fahrzeug seit dem 1. Januar 2026 neu zugelassen wurde. Wie hoch der Zuschuss ausfällt, richtet sich nach Fahrzeugtyp, Einkommen und Familiengröße. Maximal sind 6.000 Euro möglich. Bis 2029 stehen dafür insgesamt drei Milliarden Euro zur Verfügung, was nach Regierungsangaben für rund 800.000 Fahrzeuge reichen soll.

Besonders großes Potenzial sieht Bilger bei elektrischen Lastwagen und weiteren alternativen Antrieben im Liefer- und Transportverkehr. Gerade für den Klimaschutz könne das viel bewirken. Zugleich verwies er auf die Anfälligkeit der internationalen Kraftstoffversorgung und die teils heftigen Preisschwankungen.

In Neumünster besuchte der Minister das Handelsunternehmen Bartels-Langness, zu dem auch die Supermarktketten Famila und Markant gehören. Das Unternehmen hat mit Unterstützung des Ministeriums zwei elektrische Sattelzugmaschinen in seine Logistikflotte aufgenommen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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