Wirtschaft

Emirates-Streit: SPD-Vize Zorn blockt mehr Flugrechte

Wenn der VAE-Präsident ins Kanzleramt kommt: Geht es hinter den Kulissen auch um neue Emirates-Flüge nach Deutschland?

08.09.2026, 04:30 Uhr

Zorn warnt vor Ausweitung von Emirates-Rechten an deutschen Flughäfen

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Armand Zorn steht einer möglichen Ausweitung der Start- und Landerechte für Emirates in Deutschland skeptisch gegenüber. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte er, dass vor weiteren Marktöffnungen zunächst sorgfältig geprüft werden müsse, unter welchen Wettbewerbsbedingungen diese stattfänden und welche Folgen sie für Unternehmen und Beschäftigte hierzulande hätten.

Nach Zorns Einschätzung dürfen zusätzliche Verkehrsrechte nicht dazu führen, dass Flugverbindungen und wirtschaftliche Wertschöpfung ins Ausland verlagert werden. Er warnte zudem davor, dass deutsche Luftverkehrsdrehkreuze und wichtige Zubringerstrecken dadurch weiter geschwächt werden könnten.

Seine Aussagen fallen unmittelbar vor dem Besuch des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed Bin Zayed, in Deutschland. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will ihn am Donnerstag in Berlin treffen.

Seit geraumer Zeit wird über weitere Verkehrsrechte für Emirates diskutiert. Bereits im Februar hatte sich die Bundesregierung offen dafür gezeigt, der Fluggesellschaft zusätzliche Start- und Landemöglichkeiten am Hauptstadtflughafen BER einzuräumen. Die Lufthansa, ein direkter Wettbewerber von Emirates, lehnt eine weitere Zulassung des Konkurrenten in Deutschland ab.

Zorn betonte, Deutschland sei auf einen leistungsfähigen und wettbewerbsstarken Luftverkehrsstandort angewiesen. Gerade deshalb betrachte er eine Ausweitung der Rechte für Airlines aus den Golfstaaten derzeit mit Vorbehalten. Deutsche Fluggesellschaften stünden ohnehin unter starkem internationalem Konkurrenzdruck.

Für Zorn gehören verlässliche Arbeitsbedingungen, Tarifbindung und Arbeitnehmerrechte zu den Grundlagen eines fairen Wettbewerbs. Diese Standards dürften nicht zu einem Nachteil für Unternehmen werden, die Verantwortung für ihre Beschäftigten übernehmen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen