Deutscher Fahrradmarkt startet 2026 mit Aufwind
Nach mehreren schwierigen Jahren hat sich der Fahrradmarkt in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 wieder belebt. Wie der Industrieverband ZIV mitteilte, nahm die Produktion von Fahrrädern im Inland in den ersten sechs Monaten um 6 Prozent zu. Bei den wirtschaftlich besonders bedeutenden E-Bikes betrug das Plus 4 Prozent. Auch Werkstätten seien derzeit gut ausgelastet, während der Fachhandel spürbar mehr Ersatzteile und Zubehör verkaufe.
Zwar orderten Händler nach wie vor vorsichtig, zugleich seien die hohen Lagerbestände aus den Vorjahren jedoch weitgehend abgebaut worden, so der Verband. Beim Absatz ergab sich ein Zuwachs von knapp 10 Prozent bei Fahrrädern und von 2 Prozent bei E-Bikes. Bereits im vergangenen Jahr lag der Bestand in Deutschland bei mehr als 90 Millionen Rädern – und damit deutlich über der Einwohnerzahl.
Branche erholt sich nach dem Corona-Boom
Auf den starken Aufschwung in der Corona-Zeit folgten für die Fahrradindustrie mehrere belastende Jahre. Die Branche hatte unter zu hohen Produktionsmengen, rückläufiger Nachfrage und sinkenden Preisen zu leiden. 2025 wurden in Deutschland rund 1,9 Millionen Fahrräder und E-Bikes hergestellt. Das entsprach einem Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Verkauf lag einschließlich der Importe bei rund 3,8 Millionen Einheiten und damit unter dem Niveau vor der Pandemie. Der Umsatz schrumpfte zugleich um 7,7 Prozent auf 5,85 Milliarden Euro.
Nach Einschätzung von ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork deuten die aktuellen Halbjahreszahlen nun darauf hin, dass die Branche die schwierigste Phase hinter sich gelassen hat. Der positive Trend mache zuversichtlich, sagte er. Zudem steige die Nutzung von Fahrrädern und E-Bikes langsam weiter an, während der Markt langfristig als stabil eingeschätzt werde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber