Schleswig-Holstein

Streik-Schock beim Köllnflocken-Hersteller

Historischer Streik bei Kölln: Erstmals ruft die NGG in Elmshorn zum Warnstreik auf – was jetzt bei den Haferflocken los ist.

07.09.2026, 12:00 Uhr

Beschäftigte in der Produktion des Haferflockenherstellers Kölln in Elmshorn sind zu einem Warnstreik aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) soll die Arbeitsniederlegung heute von 14.00 bis 22.00 Uhr dauern. Bereits um 13.30 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Werk geplant.

Nach Darstellung der NGG wäre es der erste Warnstreik in der Geschichte des Unternehmensstandorts in Elmshorn, dem Hauptsitz von Kölln.

Hintergrund sind laufende Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Familienunternehmen über einen neuen Haustarifvertrag für die mehr als 160 Beschäftigten in der Produktion. Die NGG fordert eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Aus Sicht der Gewerkschaft reicht das bisherige Angebot des Unternehmens nicht aus, weil es den Kaufkraftverlust durch die Inflation nicht ausgleiche.

NGG-Verhandlungsführerin Sarah Witte erwartet, dass die Produktion in einzelnen Bereichen zeitweise ruhen wird. Auswirkungen auf die Warenverfügbarkeit in Supermärkten hält sie jedoch für eher unwahrscheinlich. Die Gespräche mit Kölln sollen am Donnerstag fortgesetzt werden.

Das Unternehmen bietet den Beschäftigten in der Produktion nach eigenen Angaben in zwei Schritten über zwei Jahre insgesamt vier Prozent mehr Lohn. Eine Sprecherin erklärte zudem, man habe Vorkehrungen getroffen, um die Auswirkungen des Warnstreiks auf die Produktion so gering wie möglich zu halten.

Die Peter Kölln GmbH & Co. KGaA beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt rund 360 Mitarbeitende. Seit Mai 2024 wird das Unternehmen in siebter Generation von Friederike Driftmann geführt. Im Jahr 2024 erzielte Kölln einen Umsatz von 154 Millionen Euro. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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