Fertighäuser gewinnen in Deutschland weiter an Bedeutung
In Deutschland stammt inzwischen mehr als jedes vierte neu genehmigte Ein- oder Zweifamilienhaus aus industrieller Vorfertigung. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Fertigbau wurden im ersten Halbjahr 27.838 Baugenehmigungen für neue Eigenheime erteilt. Davon entfielen 7.432 auf Fertighäuser. Grundlage sind Zahlen des Statistischen Bundesamts.
Damit kletterte der Anteil der Fertigbauweise bei neu genehmigten Ein- und Zweifamilienhäusern auf 26,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte dieser Wert noch bei 26,2 Prozent gelegen. Nach Einschätzung des Verbands zeigt die Entwicklung, dass Fertighäuser auch in den großen und dicht besiedelten Wohnungsmärkten konkurrenzfähiger werden. Besonders in Städten wie Augsburg, Hannover, Köln und Berlin steige das Interesse.
Vor allem im Süden stark gefragt
Laut Verband legte der Fertigbau im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 mit 16,9 Prozent stärker zu als die Zahl der Baugenehmigungen insgesamt, die um 14,5 Prozent stieg. Den größten Anteil an den Genehmigungen verzeichnete Baden-Württemberg mit 44,7 Prozent. Dahinter folgen Hessen mit 33 Prozent sowie Rheinland-Pfalz mit knapp 28 Prozent. Bei den absoluten Zahlen liegt Bayern vorne: Dort wurden 2.020 Fertighäuser neu genehmigt.
Fertighäuser entstehen aus vorproduzierten, meist geschosshohen und raumbreiten Elementen, die auf der Baustelle innerhalb weniger Tage montiert werden. Besonders im Südwesten Deutschlands ist diese Bauweise seit Jahren beliebt.
Auch ein Blick auf die Regionen zeigt die starke Stellung des Fertigbaus: Im Jahr 2025 lag der Anteil in 259 von 400 Landkreisen und kreisfreien Städten bei mehr als 20 Prozent aller Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser. Von den 64 Kreisen, in denen die Fertigbauquote sogar über 40 Prozent lag, befanden sich rund drei Viertel in Baden-Württemberg, Bayern oder Hessen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber