Wirtschaft

Datev warnt: Firmen droht E-Rechnungschaos

Ab 2027 wird die E-Rechnung für viele Firmen Pflicht – doch ausgerechnet jetzt zieht ein IT-Riese eine ernüchternde Bilanz.

17.07.2026, 10:30 Uhr

Wenige Monate vor dem Start der verpflichtenden E-Rechnung für Teile der Wirtschaft drängt der IT-Dienstleister Datev insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen zu schnellerem Handeln. Nach Einschätzung von Datev-Chef Robert Mayr spielt das Thema bei vielen Betrieben, vor allem im kleineren Mittelstand, weiterhin keine zentrale Rolle.

Mayr verwies zwar auf steigende Nutzungszahlen: Über die Systeme des Nürnberger Softwareanbieters wurden im ersten Halbjahr 2026 mehr als 51 Millionen E-Rechnungen verarbeitet, nachdem es im gesamten Jahr 2025 gut 64 Millionen gewesen waren. Dennoch sei das gemessen am gesamten Rechnungsvolumen in Deutschland noch immer nur ein vergleichsweise kleiner Anteil. Gerade in Deutschland werde die E-Rechnungspflicht häufig als zusätzliche Belastung gesehen, besonders von Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Betrieben. Aus Sicht von Datev bieten digitale Rechnungsdaten jedoch Vorteile, weil sie sich einfacher kontrollieren lassen und Fehler oder Abweichungen schneller auffallen.

Stufenweise Einführung der Pflicht

Bereits seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen hierzulande strukturierte E-Rechnungen empfangen können. Gemeint sind damit nicht bloß per E-Mail verschickte PDF-Rechnungen, sondern standardisierte digitale Formate. Die Pflicht zum Versand solcher Rechnungen wird schrittweise eingeführt und richtet sich nach der Unternehmensgröße.

Ab dem 1. Januar 2027 müssen Firmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 800.000 Euro E-Rechnungen ausstellen. Spätestens ab 2028 soll die Verpflichtung dann für sämtliche Rechnungen im Geschäftsverkehr gelten.

Datev gilt in Deutschland als führender Anbieter von Software für Steuerberater. Im ersten Halbjahr setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben 881 Millionen Euro um. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 810,2 Millionen Euro. Zudem wuchs die Zahl der Kunden seit Jahresbeginn um mehr als 80.000 auf über eine Million.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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