Fußball

Messi vs. Yamal: Das steckt hinter der Badewanne

Messi gegen Yamal im WM-Finale – und eine irre Geschichte von vor 19 Jahren macht dieses Duell noch unglaublicher.

17.07.2026, 09:24 Uhr

Vom Kinderfoto ins WM-Finale: Yamal und Messi treffen auf größter Bühne aufeinander

Lamine Yamal sitzt auf einem alten Foto in einer kleinen Plastikwanne, während ihn Lionel Messi badet. Was heute fast surreal wirkt, liegt beinahe 19 Jahre zurück. Gerade diese ungewöhnliche Szene macht die Geschichte so faszinierend – und vor dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag in East Rutherford rückt sie nun erneut in den Mittelpunkt.

Bilder aus dem Jahr 2007 tauchten erst viel später wieder auf

„Seitdem bin ich ein bisschen gewachsen“, sagte Yamal kürzlich mit einem Lächeln, als er auf das inzwischen berühmte Fotoshooting aus dem Dezember 2007 angesprochen wurde. Damals war er erst wenige Monate alt. Messi hingegen hatte sich bereits beim FC Barcelona etabliert und spielte schon für Argentiniens Nationalmannschaft.

Die Aufnahmen entstanden für einen Benefizkalender unter Beteiligung von Unicef. Mehrere Barça-Profis wurden damals gemeinsam mit Kindern fotografiert. Dass ausgerechnet Messi und der kleine Yamal zusammen vor der Kamera landeten, war offenbar purer Zufall – oder für manche vielleicht doch mehr. Lange Zeit blieben die Fotos unbekannt, bis Yamals Vater sie 2024 auf Instagram veröffentlichte. Nun begegnen sich beide im WM-Endspiel. Der Weg von der Babywanne bis auf die größte Fußballbühne wirkt beinahe unglaublich.

Messi gegen Yamal: Erfahrung trifft Zukunft

Doch die Geschichte hinter den Bildern ist nur ein Teil dieses besonderen Duells, das vor dem Finale des XXL-Turniers in den USA, Kanada und Mexiko weltweit für Aufmerksamkeit sorgt. Auf der einen Seite steht Messi, 39 Jahre alt, auf der anderen Yamal, gerade einmal 19.

WM 2026 - Frankreich - Spanien
Bei seiner ersten WM direkt im Finale: Lamine Yamal. (Archivbild) Quelle: Huang Zongzhi/XinHua/dpa

Messi hat den Weltfußball seit fast 20 Jahren geprägt wie kaum ein anderer. Selbst sein langjähriger Rivale Cristiano Ronaldo blieb bei dieser WM deutlich hinter der Strahlkraft des Argentiniers zurück. Die große Frage lautet nun: Wird Yamal die nächste Ära bestimmen? In diesem Finale treffen Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft des Fußballs direkt aufeinander.

Messi überzeugt weiter als Ausnahmefigur

Der achtmalige Weltfußballer hat bei diesem Turnier noch einmal unter Beweis gestellt, warum er zu den Größten aller Zeiten zählt. Acht Tore und vier Vorlagen stehen bislang zu Buche. Zudem hat er die Spitze der ewigen WM-Torjägerliste übernommen und darf weiter auf die Torjägerkrone hoffen.

Immer wieder geriet Argentinien in den K.-o.-Spielen unter Druck – und fast immer war Messi entscheidend beteiligt, sei es als Vollstrecker oder als Vorbereiter. Nach dem dramatischen Halbfinale gegen England sagte der Routinier: „Es ist verrückt, was wir gerade erleben. Jetzt wird es so kommen, wie Gott es will.“

Trainer Lionel Scaloni betonte erneut, wie außergewöhnlich sein Kapitän sei. Solange Messi selbst weitermachen wolle, bleibe er der Maßstab. Auch wenn er nicht mehr mit derselben Explosivität wie früher über den Platz zieht und phasenweise fast gemächlich wirkt, besitzt er noch immer diese besondere Magie. Im entscheidenden Moment kann er eine Partie mit einem einzigen Ballkontakt verändern.

Wartet Yamals großer Moment im Finale?

Sportlich hat Yamal dieser WM bislang noch nicht komplett seinen Stempel aufgedrückt. Vor dem Endspiel steht Spaniens Jungstar bei einem Treffer und einer Vorlage. Andere Akteure hatten bislang größeren Anteil am Lauf der Iberer ins Finale: die stabile Defensive um Torhüter Unai Simón, der treffsichere Mikel Oyarzabal mit fünf Toren und Spielmacher Dani Olmo.

Trotzdem trägt Yamal enorme Erwartungen. Viele in Spanien hoffen auf den besonderen Augenblick ihres Ausnahmetalents. Trainer Luis de la Fuente hatte schon vor dem klaren Halbfinalerfolg gegen Frankreich erklärt, Yamals großer Tag werde bei dieser WM noch kommen. Vielleicht also genau im wichtigsten Spiel.

Der junge Offensivspieler wirkt vom ganzen Trubel unbeeindruckt. Er weiß, dass seine Dribblings, Tempowechsel und Ideen im auf Ballkontrolle ausgerichteten spanischen Spiel den Unterschied machen können – manchmal reicht dafür schon eine einzige Szene. Auch deshalb wird er immer wieder mit Messi verglichen.

Zwei Ausnahmetalente aus Barcelonas Talentschmiede

Wie sein berühmtes Vorbild stammt auch Yamal aus der Nachwuchsakademie des FC Barcelona. Ebenso wie Messi jagt er Rekorde – und will mit dem Klub große Titel gewinnen.

Bereits mit 15 Jahren debütierte Yamal für die Profis von Barça. Mit 17 wurde er 2024 Europameister mit Spanien und zugleich jüngster Spieler sowie jüngster Torschütze der EM-Geschichte. Zahlen, die seine außergewöhnliche Entwicklung unterstreichen. Eine interessante Parallele gibt es ebenfalls: Auch Messi bestritt sein erstes großes Turnier in Deutschland – bei der WM 2006, damals als 18-Jähriger.

Ein Finale voller Symbolik

Nun kommt es also zum direkten Aufeinandertreffen zweier Generationen von Fußballkünstlern. Messi hat mit dem WM-Titel vor vier Jahren bereits die letzte große Lücke in seiner Karriere geschlossen und den Vergleich mit Diego Maradona endgültig hinter sich gelassen. Yamal dagegen könnte nach seinem rasanten Aufstieg schon als Teenager sowohl Europa- als auch Weltmeister werden.

Es ist eine außergewöhnliche Geschichte. Ihren Anfang nahm sie vor fast 19 Jahren – an einer kleinen Badewanne.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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