Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent ist am Donnerstag auf mehr als 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte verteuerte sich zeitweise auf 100,36 Dollar. Damit erreichte der Ölpreis den höchsten Stand seit zwei Monaten und lag 6,6 Prozent über dem Vortag.
Getrieben wird die Entwicklung von der erneuten Eskalation im US-iranischen Krieg. Anfang Juli hatte Brent noch bei rund 70 Dollar gelegen. Zusätzliche Unruhe kam aus dem Roten Meer: Vom Iran unterstützte Huthi-Milizen erklärten, zwei saudi-arabische Tanker angegriffen zu haben. Das verschärft den Nahostkonflikt weiter und nährt die Sorge vor schwerwiegenderen Unterbrechungen der Ölversorgung.
Neue Angriffswelle
In der Nacht führte das US-Militär nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle gegen Ziele im Iran durch. Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom teilte auf der Plattform X mit, der rund fünfstündige Einsatz sei um 22.30 Uhr US-Ostküstenzeit beziehungsweise 6.00 Uhr Ortszeit im Iran beendet worden.
Zu den Zielen zählten demnach Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie die Flugabwehr des Landes. Nach US-Angaben sollten die Angriffe künftige Attacken auf Handelsschiffe und zivile Seeleute verhindern. Es war bereits die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA Ziele in der Islamischen Republik angriffen.
Ölpreis weiter unter dem Jahreshoch
Seit Anfang des Monats spitzt sich der Konflikt vor allem wegen des Streits um die für den weltweiten Handel mit Energieträgern wie Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus wieder zu. US-Medien berichten zudem seit Tagen über Hinweise auf eine mögliche Ausweitung der amerikanischen Angriffe, darunter die Verlegung weiterer Kampfflugzeuge in die Region.
Trotz des jüngsten Sprungs liegt der Ölpreis noch deutlich unter seinem Jahreshoch von rund 126 Dollar, das Ende April erreicht worden war. Damals hatte der Beginn des Iran-Krieges durch die USA und Israel die Preise kräftig nach oben getrieben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber