Bayern

Drama in Bank: Mensch schwer verletzt – Großeinsatz

Drama in Regensburg: In einer Bank wird ein Mensch schwer verletzt. Ist der Angreifer noch im Gebäude?

23.07.2026, 15:56 Uhr

Messerangriff in Regensburger Bank: Bankmitarbeiter stirbt, 20-Jähriger widerstandslos festgenommen

Bei einer Messerattacke in einer Bankfiliale in Regensburg ist ein Mitarbeiter tödlich verletzt worden. Der mutmaßliche Angreifer wurde nach einem stundenlangen Großeinsatz festgenommen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz handelt es sich um einen 20 Jahre alten Deutschen. Beim Zugriff durch Spezialkräfte blieb er unverletzt.

Stunden großer Unsicherheit

Der Verdächtige wurde in dem Gebäude gefasst, in dem er zuvor einen Bankmitarbeiter mit einem Messer lebensgefährlich attackiert haben soll. Zeitweise wurde auch eine Geiselnahme befürchtet, weil zunächst unklar war, wie viele Menschen sich noch in dem Komplex aufhielten. Regensburgs Oberbürgermeister Thomas Burger sprach später von „Stunden großer Unsicherheit“.

Erst gut drei Stunden nach der Alarmierung meldete die Polizei die Festnahme des 20-Jährigen. Gegen 18.00 Uhr führten Spezialkräfte den Mann aus dem Gebäude ab. Bilder vom Einsatz zeigten ihn in einem weißen Schutzanzug mit Kapuze. Nach Polizeiangaben ließ sich der Verdächtige widerstandslos festnehmen.

Opfer erliegt schweren Verletzungen

Die Einsatzkräfte hatten anfangs nur Blickkontakt zu dem schwer verletzten Mann. Später konnten Rettungskräfte ihn erstversorgen und in ein Krankenhaus bringen. Dort starb er wenig später an seinen Verletzungen.

Inzwischen ist klar, dass es sich bei dem Opfer um einen Mitarbeiter der Bank handelt. Die Hypovereinsbank erklärte am Abend, man sei über den Verlust eines Kollegen infolge des tragischen Vorfalls zutiefst bestürzt. Die Gedanken seien bei seiner Familie, seinen Freunden sowie bei den weiteren betroffenen Kolleginnen und Kollegen. Die Unterstützung der Beschäftigten habe nun höchste Priorität. Zugleich arbeite die Bank eng mit den Behörden zusammen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sprach von einem „brutalen, unvermittelten Angriff“. Das Opfer habe offensichtlich keine Chance gehabt. Zugleich lobte er das Vorgehen der Spezialkräfte als professionell und präzise.

Oberbürgermeister Burger erklärte später, ihn habe der Vorfall zutiefst erschüttert. Sein Mitgefühl gelte den Angehörigen und nahestehenden Menschen des Opfers.

Zwei weitere Menschen in Sicherheit gebracht

Zwei weitere Menschen, die sich noch in der Filiale befanden, wurden im Verlauf des Einsatzes von Spezialkräften aus der Bank geholt. Äußerlich waren sie nach ersten Erkenntnissen unverletzt. Vor Ort waren auch speziell geschulte Kräfte zur psychosozialen Krisenintervention, um Betroffene zu betreuen.

Polizei geht von Einzeltäter aus

Die Maßnahmen am Tatort dauerten auch nach der Festnahme an. Nach Polizeiangaben wurde der restliche Gebäudekomplex weiter abgesucht. Am Abend meldeten die Beamten den Abschluss dieser Suche und hoben die Absperrungen um den Tatort wieder auf. Die Kriminalpolizei Regensburg war danach noch mit der Spurensicherung beschäftigt.

Die Ermittler gehen derzeit von einem Einzeltäter aus. Hinweise auf weitere Beteiligte gibt es nach aktuellem Stand nicht. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zu den Hintergründen der Tat.

Ermittlungen wegen Tötungsdelikts und Raubüberfalls

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen den 20-Jährigen wegen eines Tötungsdelikts und eines Raubüberfalls. Er soll am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden. Für den Mittag kündigten Polizei und Staatsanwaltschaft zudem eine Pressekonferenz zu dem Fall an.

Großaufgebot rund um die Bank

Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Neben einem Hubschrauber wurde auch ein Spezialeinsatzkommando alarmiert. Der Bereich um den Tatort wurde weiträumig abgesperrt.

Die Bank liegt im Erdgeschoss eines größeren Gebäudekomplexes im Regensburger Westen, im historischen Stadtteil Prüfening. In den oberen Stockwerken befinden sich Wohnungen. Anwohner und Passanten waren aufgefordert worden, die Umgebung des Tatorts weiträumig zu meiden. Die Polizei betonte, der Schutz der Bevölkerung habe oberste Priorität.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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