Wirtschaft

2027 droht der nächste Preis-Hammer für Bus und Bahn

Nicht nur das Deutschlandticket wird teurer: Auch viele Einzeltickets steigen im Preis. Wie hart trifft Pendler der Aufschlag?

05.11.2026, 04:00 Uhr

Viele Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr müssen im kommenden Jahr erneut tiefer in die Tasche greifen. Zwar steigen die Preise in mehreren Regionen weiter, doch in einigen Verbünden fallen die Aufschläge geringer aus als in den vergangenen Jahren. Betroffen sind unter anderem Berlin, München, das Ruhrgebiet sowie das bundesweit gültige Deutschlandticket.

Berlin-Brandenburg: Einzelfahrschein bleibt gleich, Viererkarte wird teurer

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) erhöht seine Fahrpreise zum Jahreswechsel im Schnitt um 3,72 Prozent. Für ein Einzelticket im Berliner Stadtgebiet bleibt es bei 4,00 Euro. Spürbar teurer wird jedoch die Vier-Fahrten-Karte: Sie soll künftig 13,20 Euro kosten und damit 80 Cent mehr als bisher.

Ruhrgebiet: Eezy-Ticket ohne Preisanstieg

In Nordrhein-Westfalen nutzen viele Fahrgäste inzwischen das sogenannte Eezy-Ticket. Dabei wird verbundübergreifend nur die tatsächlich gefahrene Strecke berechnet, nicht mehr nach Tarifzonen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) will den Preis dieses Angebots unverändert lassen. Andere Tickets im VRR sollen im Durchschnitt um 4,9 Prozent teurer werden.

München: Mehrfahrtenkarten und Monatskarten kosten mehr

Im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) steigen die Preise um knapp 5 Prozent. Der Preis für Einzeltickets bleibt zwar stabil, Mehrfahrtenkarten werden aber teurer. So kostet die Streifenkarte für die Zone M ab Januar 21 Euro statt bisher 18,70 Euro. Digital soll sie für 19,50 Euro angeboten werden. Auch bei Monatskarten steigen die Preise.

Nürnberg und Hamburg ziehen ebenfalls an

Im Großraum Nürnberg hebt der Verkehrsverbund VGN die Preise im Schnitt um 5,86 Prozent an. Betroffen sind Einzelfahrscheine in bestimmten Preisstufen, die je nach Ticket um 10 bis 20 Cent teurer werden.

Auch in Hamburg steigen die Fahrpreise, allerdings nur in begrenztem Umfang. Nach Angaben des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) bleiben die Preise im Nahbereich sowie für die besonders häufig genutzten Einzel- und Tageskarten Hamburg AB / 2 Ringe unverändert. Um jeweils 10 Cent verteuern sich unter anderem Kurzstreckentickets und Fahrscheine für City- und Stadtverkehre. Auch Kinderfahrkarten kosten künftig mehr.

Verbünde verweisen auf höhere Kosten

Als Hauptgrund für die Anpassungen nennen die Verkehrsverbünde erneut gestiegene Ausgaben. Vor allem höhere Personal-, Energie- und Sachkosten setzten den Nahverkehr finanziell unter Druck. Der VRR spricht von einer weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage.

Teilweise geringere Erhöhungen als in den Vorjahren

Trotz der neuen Preisrunde fallen die Anhebungen in einigen Regionen weniger stark aus als zuletzt. Beim VBB waren die Preise zu Beginn dieses Jahres im Durchschnitt noch um 6 Prozent gestiegen. Auch in Hamburg liegen die neuen Aufschläge unter dem Niveau der diesjährigen Anpassung. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund will die Preise zum Start des kommenden Jahres sogar gar nicht verändern.

Deutschlandticket wird ebenfalls teurer

Auch das Deutschlandticket kostet ab Januar mehr. Der Preis für das bundesweit gültige ÖPNV-Monatsabo steigt von derzeit 63 Euro auf 66,80 Euro.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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