Wirtschaft

Mehr Metall-Streiks? Arbeitgeber schlagen Alarm

Tarifstreit eskaliert: Arbeitgeber attackieren die IG Metall wegen „Klassenkampfrhetorik“ – jetzt spitzt sich der Konflikt zu.

04.11.2026, 16:26 Uhr

Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie spitzen sich zu

In der laufenden Tarifauseinandersetzung der Metall- und Elektrobranche verschärft sich der Ton. Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich am vierten Tag der aktuellen Warnstreiks rund 16.000 Beschäftigte an den Aktionen – damit fast doppelt so viele wie am Vortag.

Betroffen waren unter anderem Standorte von BMW in München und Bosch in Bamberg. Die Gewerkschaft sprach an beiden Orten von jeweils etwa 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Der Arbeitgeberverband vbm kritisierte das Vorgehen scharf. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt warf der IG Metall eine "Klassenkampfrhetorik" vor. Es sei aus seiner Sicht nicht nötig, derart Stärke zu demonstrieren und eine entsprechende Drohkulisse aufzubauen.

Bislang haben zwei Verhandlungsrunden stattgefunden, ein Termin für die dritte Runde steht noch nicht fest. Die IG Metall verlangt eine Lohnerhöhung von fünf Prozent – und liegt damit sogar unter den Forderungen aus früheren Tarifrunden.

Die Arbeitgeber sehen die Lage dagegen deutlich angespannter. Wegen sinkender Marktanteile und rückläufiger Gewinne, vor allem in der Automobilindustrie und im Maschinenbau, warnen sie vor einem dauerhaften Verlust der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb dringen sie auf geringere Lohnkosten.

Konkret bieten die Arbeitgeber für 2027 eine Einmalzahlung von einem Prozent des jährlichen Bruttogehalts an. Für 2028 schlagen sie eine Tariferhöhung von 1,3 Prozent vor – und damit ein Plus unterhalb der Inflationsrate.

Brossardt bezeichnete dieses Angebot als fair und der wirtschaftlichen Situation angemessen. Die IG Metall weist das jedoch zurück. Landesbezirksleiter Horst Ott sprach von einem Angebot, das eher auf Konfrontation als auf Annäherung deute. Der Druck auf die Arbeitgeber werde in den kommenden Tagen weiter erhöht, kündigte er an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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