Wetter

Nach der Gluthitze: Jetzt drohen Bayern Unwetter

Nach der Affenhitze kippt Bayerns Wetter brutal: Am Montagabend rollen heftige Gewitter an – und der Sommer zeigt sein wildes Gesicht.

29.06.2026, 20:57 Uhr

Nach den teils heftigen Gewittern zu Wochenbeginn bleibt die Wetterlage in Bayern angespannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte bereits für Dienstagabend in Oberbayern und Schwaben vor schweren Gewittern mit Starkregen, Hagel, stürmischen Böen und teils lebensgefährlichen Blitzschlägen. Auch am Mittwoch sind erneut heftige Gewitter möglich. Erst in der Nacht zum Donnerstag soll sich die Lage allmählich beruhigen.

Viel Regen in Nordbayern und Schwaben erwartet

Besonders in der Nacht zum Mittwoch rechnet der DWD mit erheblichen Regenmengen – vor allem in Nordbayern und in Schwaben. Nach Angaben des Wetterdienstes könnten sich unwetterartige Gewitter zu einem größeren Komplex zusammenschließen. Innerhalb weniger Stunden seien örtlich bis zu 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter möglich, punktuell sogar bis zu 80 Liter.

Mehrere Gewitterzellen über Süd- und Ostbayern

In München setzte das Unwetter bereits am Montagabend gegen 20.00 Uhr mit Blitz, Donner, Starkregen und Hagel ein. Innerhalb weniger Minuten wurden Straßen und Wege zu Bächen. Die zuvor noch hochsommerlichen Temperaturen von 26 Grad und mehr sanken dabei um mehrere Grad.

Auch in vielen anderen Teilen des Freistaats zeigten die Regenradare markante, teils dunkelrot eingefärbte Gewitterzellen. Besonders betroffen waren die Regionen um Rosenheim, Passau und Regensburg. Die Unwetter zogen aus Österreich kommend nach Norden und Nordosten über Bayern.

Im Norden Bayerns blieb die Lage zunächst deutlich ruhiger. Dort gab es nur vereinzelt Gewitter und Regen, etwa in den Landkreisen Cham und Schwandorf in der Oberpfalz sowie entlang der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg.

Am Alpenrand sowie besonders im Raum Rosenheim und Salzburg bis hinein nach Niederbayern krachte und blitzte es teils heftig. Wer auf eine nachhaltige Abkühlung gehofft hatte, wurde mancherorts allerdings enttäuscht: Manche dunklen Wolken verschwanden so schnell wieder, wie sie aufgezogen waren.

Vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume

In der Nacht meldete das Landratsamt Schwandorf zahlreiche Einsätze rund um die Kreisstadt. Nach Behördenangaben waren rund 450 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rettungsdiensten im Einsatz. Gründe waren unter anderem vollgelaufene Keller und überflutete Unterführungen.

Nach Angaben des Landratsamts zeigt die Einsatzlage die Dynamik des Wetters besonders deutlich: Noch vor wenigen Tagen seien Feuerwehren und Hilfsorganisationen wegen anhaltender Trockenheit vor allem bei Vegetationsbränden gefordert gewesen. Innerhalb kürzester Zeit habe sich die Situation dann zu einer großflächigen Unwetterlage mit mehreren hundert Einsatzstellen gewandelt. Die Einsatzkräfte hätten sich auf völlig veränderte Lagen einstellen müssen.

Auch im Landkreis München musste die Feuerwehr wegen des Unwetters rund 150 Mal ausrücken. Nach Angaben eines Sprechers ging es dabei vor allem um vollgelaufene Keller sowie umgestürzte Äste und Bäume. Verletzte oder größere Verkehrsunfälle wurden demnach nicht gemeldet.

Dachstuhlbrand in Solln

Im Münchner Stadtteil Solln kam es zudem zu einem Dachstuhlbrand, mutmaßlich nach einem Blitzeinschlag. Die Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen. Wie hoch der Schaden ist, war zunächst unklar.

Der bisher blitzreichste Tag des Jahres

Der Montag war zudem der bisher blitzreichste Tag des Jahres in Bayern. Der Blitz-Informationsdienst Aldis/Blids registrierte im Freistaat 2.577 Einschläge und damit rund 600 mehr als am bisherigen Spitzenreiter, dem 31. Mai. Besonders betroffen waren erneut der Süden und Osten Bayerns.

Die Werte können je nach Zählmethode variieren: Aldis/Blids erfasst nur Wolke-Erde-Blitze, sogenannte Flashes. Flackert ein Blitz mehrfach, wird das dabei nur als ein Blitz gezählt.

Wetter bleibt zunächst wechselhaft

Nach der Hitzewelle der vergangenen Tage mit teils extrem hohen Temperaturen gab es in der Nacht zum Dienstag regional teils schwere Gewitter. In den kommenden Tagen bleibt das Wetter in Bayern zunächst weiter gewitteranfällig, ehe es Richtung Wochenende entspannter werden dürfte.

Am Donnerstag wird es im Norden Bayerns mit 23 bis 26 Grad angenehm warm, in Unterfranken bei bis zu 29 Grad teils eher schwül. In der Nacht zum Freitag ist es dort stark bewölkt, kurzzeitig kann es auch regnen.

Im Süden erwartet der Wetterdienst am Donnerstag lockere, teils auch kräftigere Quellbewölkung mit sonnigen Abschnitten – vom DWD als "fluffig" beschrieben. Zunächst bleibt es dort trocken, ehe in der Nacht zum Freitag wieder Regen aufkommt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen