New York kämpft seit Jahren mit einer großen Rattenplage. Nun meldet die Stadt jedoch Fortschritte: Nach Angaben der Stadtreinigung ist die Zahl der gemeldeten Sichtungen seit 19 Monaten in Folge niedriger als im jeweiligen Vorjahresmonat – oft sogar deutlich im zweistelligen Prozentbereich. Seit Beginn dieses Jahres wurden 10.945 Meldungen registriert, im Vergleich zu 13.740 im selben Zeitraum des Vorjahres.
Schätzungen zufolge leben in der US-Metropole mit rund 8,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern etwa zwei bis drei Millionen Ratten. Die Tiere vermehren sich schnell und gelten als Gesundheitsrisiko, da sie Krankheiten wie das Hantavirus übertragen können.
Als einen wesentlichen Grund für den Rückgang nennt die Stadtreinigung die seit 2022 laufende "Trash Revolution". Dabei sollen die früher allgegenwärtigen Müllsäcke von den Straßen verschwinden, weil sie Ratten leicht zugängliche Nahrung boten. Stattdessen verpflichtet die Stadt immer mehr Haushalte und Betriebe dazu, ihren Abfall in Mülltonnen bereitzustellen.
New York bleibt im Ratten-Ranking auf Platz drei
Zunächst galten die neuen Vorgaben unter anderem für Restaurants, Bars, Bodegas, Supermärkte und andere Lebensmittelgeschäfte. Seit November 2024 müssen auch Wohnhäuser mit bis zu neun Wohnungen ihren Müll in Tonnen zur Abholung bereitstellen. Damit erfassen die neuen Regeln inzwischen rund 70 Prozent des gesamten Abfalls der Millionenstadt.
Zusätzlich wurden die Zeiten für die Müllabfuhr angepasst. Abfälle dürfen nun erst später am Abend auf die Straße gestellt werden, ein Teil davon wird bereits ab Mitternacht eingesammelt. Langfristig verfolgt die Stadt das Ziel, dass bis 2031 sämtlicher Müll New Yorks in Behältern landet.
In der landesweiten Statistik der Schädlingsbekämpfungsfirma Orkin zeigt sich dieser Trend bislang allerdings noch nicht. Das Unternehmen erstellt jedes Jahr eine Liste der US-Städte mit den meisten Ratten – basierend auf der Zahl seiner Einsätze. New York City lag dort zuletzt wie schon im Vorjahr auf Platz drei. Vor der Ostküstenmetropole rangierten Los Angeles und Chicago.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber