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Drama in Nepal: Deutsche Familie entgeht dem Tod

Nepal statt Familienbesuch: Dann kam die Flut – warum diese deutsche Familie nur haarscharf dem Tod entging

28.08.2026, 13:46 Uhr

Deutsche Familie entgeht Flutkatastrophe in Nepal nur knapp

Eine vierköpfige Familie aus Deutschland hat die schweren Überschwemmungen in Nepal mit viel Glück überlebt. Manuel Münch (37), seine nepalesische Ehefrau (35) sowie ihre beiden Kinder im Alter von zehn und sieben Jahren wurden nach der verheerenden Flut von der Armee per Hubschrauber in Sicherheit gebracht.

Tagelang harrte die Familie bei Verwandten nahe Trishuli Bazar aus, nachdem die Wassermassen Straßen und Brücken zerstört und jeden Weg aus der Region abgeschnitten hatten. Schließlich wurden die vier in ein Armeecamp nach Battar Bazar geflogen.

„Lautes Donnern und Grollen“

Entscheidend für das Überleben der Familie war eine kurzfristige Planänderung. Münch, seine Frau und die beiden Kinder hatten eine kurze Trekkingtour in der Langtang-Region unternommen. Diese mussten sie jedoch abbrechen, weil frühere Erdrutsche die Wege unpassierbar gemacht hatten. Daraufhin kehrten sie vorzeitig zurück und besuchten Verwandte nahe Trishuli Bazar.

Nur einen Tag später kam die Flut. „Wir haben die Flutwelle gesehen und sind dann mit allem, was wir hatten, den Hügel hinaufgerannt“, berichtete Münch der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Angaben legte die Familie rund 800 Meter zurück, um sich in Sicherheit zu bringen.

Schon vom Haus der Verwandten, das nahe am Fluss lag, sei das Unheil zu hören gewesen. Münch schilderte ein „lautes Donnern, ein Grollen“. Kurz darauf habe die Familie gesehen, wie die Flutwelle heranrollte und Staub aufwirbelte.

„Wir wären gestorben“

Nach Überzeugung des 37-Jährigen rettete genau diese geänderte Route der Familie das Leben. „Wenn wir unsere Trekking-Tour normal durchgeführt hätten, hätten wir an dem Tag in Syabrubesi übernachtet und wären gestorben“, sagte Münch.

Nach der Katastrophe nahm die Familie Kontakt zur deutschen Botschaft auf und teilte mit, dass alle in Sicherheit seien. Gleichzeitig bat sie um Unterstützung bei der Evakuierung.

Auf dem Landweg war ein Entkommen unmöglich. Auf einer Strecke von rund 40 Kilometern seien mehr als 20 Brücken zerstört worden, sagte Münch. Straßen und Verbindungen auf beiden Seiten des Flusses seien unterbrochen gewesen.

Für die Familie gibt es nun nur noch ein Ziel: so schnell wie möglich nach Deutschland zurückzukehren. Von Battar Bazar aus sollte sie mit dem Auto nach Kathmandu gebracht werden, um von dort die Heimreise anzutreten.

Rettungshubschrauber im Dauereinsatz

Im Armeecamp herrscht derweil reger Betrieb. Rettungshubschrauber starten und landen dort ununterbrochen, um Menschen aus den besonders schwer betroffenen Gebieten auszufliegen.

Unter den Geretteten sind einzelne Personen, Familien, Schulklassen und Arbeiter aus zerstörten Wasserkraftanlagen. Viele wirken erschöpft, verstört oder stehen noch unter dem Eindruck der Katastrophe. Manche haben sichtbare Verletzungen.

Die nepalesische Armee bringt die meisten Geretteten anschließend in Sammelunterkünfte. Auch die Familie Münch sollte von dort aus weiter nach Kathmandu reisen, um ihre Rückkehr nach Deutschland vorzubereiten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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