Wetter

Hitze-Hölle für Wildtiere – so rettest du sie!

Hitze und Dürre treffen nicht nur Menschen – warum jetzt Igel, Vögel & Co. in Gefahr sind, erklären Naturschützer.

27.06.2026, 04:00 Uhr

Nicht nur Menschen setzen hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit zu – auch Wildtiere leiden darunter. Anders als wir können sie sich jedoch meist nicht einfach an kühlere Orte zurückziehen. Besonders schwierig ist die Lage für Tiere in Ortschaften, etwa Igel, Eichhörnchen und Vögel. Asphalt, Plätze und kurz geschorene Rasenflächen heizen sich stark auf, zugleich fehlt es oft an Wasser.

Welche Arten besonders betroffen sind

Vor allem Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche geraten in Bedrängnis. Nach Angaben des Bund Naturschutz sind sie wegen ihrer empfindlichen Haut stark auf Feuchtigkeit angewiesen. Trocknen Tümpel, Pfützen, Gräben oder kleine Gewässer aus, verschwinden wichtige Laichplätze und Verstecke. Für Kaulquappen können Hitzewellen sogar tödlich enden.

Auch Tiere, die an oder in Gebäuden leben, leiden besonders unter extremer Wärme. Dazu zählen laut LBV Mauersegler, Haussperlinge, Mehlschwalben und Fledermäuse. Ihre Quartiere unter Dächern, Vorsprüngen oder in Mauerspalten können sich stark aufheizen. Für Jungvögel und Jungtiere, die noch nicht flüchten können, wird das schnell lebensgefährlich.

Für seltene Wiesenbrüter wie den Kiebitz ist vor allem die Trockenheit ein Problem. Diese Vögel suchen ihre Nahrung in feuchten Mulden, flachen Wasserstellen und weichen Böden. Dort finden sie Insekten, Larven und Würmer. Wenn der Boden austrocknet und hart wird, kommen sie an ihre Beute kaum noch heran.

So versuchen Tiere, mit der Hitze klarzukommen

Viele Wildtiere schränken bei großer Wärme ihre Aktivitäten ein, um Energie zu sparen. Füchse kühlen sich durch Hecheln. Vögel nutzen eine ähnliche Methode: Sie sitzen mit geöffnetem Schnabel da und atmen rasch.

Wetter in München
Über eine flache Schale gefüllt mit frischem Wasser freuen sich Eichhörnchen bei Hitze. (Archivbild) Quelle: Felix Hörhager/dpa

Der Weißstorch bedient sich einer besonderen Form der Kühlung und benetzt seine Beine mit flüssigem Kot. Feldhasen und Kaninchen geben überschüssige Wärme über ihre Ohren ab. Wespen wiederum transportieren Wasser in ihr Nest und erzeugen durch Flügelschlagen Verdunstungskälte.

Wie Menschen helfen können

Hilfreich sind vor allem naturnahe Gärten und Grünflächen. Der Bund Naturschutz empfiehlt heimische Sträucher, Hecken und Bäume sowie Laubhaufen, Totholz, offene Bodenstellen und kleine Wasserstellen. Solche Bereiche werden in heißen Sommern zu wichtigen Rückzugsorten.

Zusätzlich sind flache Wasserschalen sinnvoll, möglichst mit Ausstiegshilfen für Insekten. Nach Empfehlung des LBV sollten diese Plätze im Halbschatten stehen und nicht in direkter Sonne. Wichtig ist außerdem, das Wasser täglich zu erneuern. Die Schalen sollten mit heißem Wasser gereinigt und anschließend in der Sonne getrocknet werden, damit sich Krankheitserreger nicht ausbreiten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen