Nicht nur Menschen leiden unter hohen Temperaturen und anhaltender Trockenheit, auch für Wildtiere wird die Lage schwierig. Anders als wir können sie sich oft nicht einfach an kühlere Orte zurückziehen. Besonders betroffen sind Tiere in Siedlungen wie Igel, Eichhörnchen und Vögel, weil sich Straßen, Plätze und kurz gemähte Rasenflächen stark aufheizen und Wasserstellen fehlen.
Welche Wildtiere besonders betroffen sind
Vor allem Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche geraten in Bedrängnis. Nach Angaben des Bund Naturschutz sind sie wegen ihrer empfindlichen Haut auf Feuchtigkeit angewiesen. Trocknen Tümpel, Pfützen, Gräben oder kleine Gewässer aus, gehen wichtige Laichplätze und Rückzugsorte verloren. Für Kaulquappen können Hitzewellen sogar tödlich sein.
Auch Arten, die an oder in Gebäuden leben, leiden laut LBV stark unter extremer Wärme. Dazu zählen Mauersegler, Haussperlinge, Mehlschwalben und Fledermäuse. Ihre Quartiere unter Dachvorsprüngen oder in Mauerspalten können sich schnell stark erhitzen. Für Jungvögel und Jungtiere, die noch nicht selbstständig flüchten können, wird das zur tödlichen Falle.
Für seltene Wiesenbrüter wie den Kiebitz ist vor allem Trockenheit problematisch. Diese Vögel suchen in feuchten Senken, flachen Wasserstellen und weichen Böden nach Insekten, Larven und Würmern. Trocknet der Boden aus und wird hart, ist die Beute für sie kaum noch erreichbar.
Welche Strategien Tiere gegen Hitze haben
Bei großer Wärme vermeiden viele Wildtiere unnötige Bewegung, um Energie zu sparen. Füchse kühlen sich durch Hecheln. Vögel nutzen eine ähnliche Strategie: Sie sitzen mit weit geöffnetem Schnabel da und atmen schnell.
Der Weißstorch benetzt zur Abkühlung seine Beine mit flüssigem Kot. Feldhasen und Kaninchen geben überschüssige Wärme über ihre Ohren ab. Wespen bringen Wasser in ihr Nest und erzeugen durch Flügelschlagen Verdunstungskälte.
Wie Menschen Wildtieren helfen können
Hilfreich sind vor allem naturnahe Gärten und Grünflächen. Der Bund Naturschutz empfiehlt heimische Sträucher, Hecken und Bäume sowie Laubhaufen, Totholz, offene Bodenstellen und kleine Wasserstellen. Solche Bereiche können in heißen Sommern zu echten Rettungsinseln für Wildtiere werden.
Zusätzlich sind flache Wasserschalen sinnvoll, am besten mit Ausstiegshilfen für Insekten. Nach Empfehlung des LBV sollten sie im Halbschatten stehen und nicht in der prallen Sonne. Wichtig ist, das Wasser täglich frisch einzufüllen. Die Schalen sollten außerdem mit heißem Wasser ausgespült und anschließend in der Sonne getrocknet werden, damit sich Krankheitserreger nicht ausbreiten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber