Filmfest München startet mit viel Starpower
An der Isar ist wieder roter Teppich-Zeit: Das Filmfest München hat mit der Deutschland-Premiere des in Cannes gefeierten Films „Vaterland“ begonnen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen von noch deutlich über 30 Grad am Abend stand zum Auftakt ein kühler Schwarz-Weiß-Film im Mittelpunkt.
Regisseur Paweł Pawlikowski reiste nach München, um sein Werk im Heimatland von Thomas Mann vorzustellen. Sandra Hüller und Hanns Zischler verkörpern darin das komplizierte Verhältnis zwischen dem Literatur-Nobelpreisträger Thomas Mann und seiner Tochter Erika auf einer Reise durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland. Der Film beleuchtet nicht nur die Geschichte der Familie Mann, sondern fragt auch, wie Kunst und Künstler von politischen, besonders autoritären Regimen vereinnahmt werden können.
Politische Töne zur Eröffnung
Bei der Festivaleröffnung wurden auch aktuelle politische Akzente gesetzt. Münchens Oberbürgermeister betonte, dass Erinnern allein nicht ausreiche. Angesichts erstarkender Kräfte weit rechts der Mitte komme es darauf an, im Hier und Jetzt zu handeln und die demokratische „Brandmauer“ aufrechtzuerhalten.
David Duchovny kommt nach München
Neben Hüller hat sich ein weiterer international bekannter Gast angekündigt: David Duchovny, vielen als Fox Mulder aus „Akte X“ bekannt, reist ebenfalls zum Festival an. Der Schauspieler, Autor und Musiker wird mit dem CineMerit Award, dem Ehrenpreis des Festivals, ausgezeichnet – ein Jahr nach seiner früheren Serienkollegin Gillian Anderson.
Außerdem stellt Duchovny seine neue Tragikomödie „See You When I See You“ vor, die in München ihre internationale Premiere feiert.
Bis zum 4. Juli präsentiert das Filmfest insgesamt 130 Filme aus 56 Ländern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber