CSD in München setzt Zeichen für Vielfalt und Rechte
Unter dem Leitspruch „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke“ gehen am Samstag beim Christopher Street Day in München Schwule, Lesben, trans Menschen und weitere Angehörige der LGBTQIA+-Community auf die Straße. Ab 12 Uhr zieht eine bunte und politische Parade mit mehr als 200 Gruppen durch die Innenstadt. Zu dem Demonstrationszug mit kreativen Kostümen, farbenprächtigen Motivwagen und dem Straßenfest auf der Ludwigstraße rechnen die Veranstalter mit über 300.000 Besucherinnen und Besuchern.
Nach Angaben von Conrad Breyer vom CSD München sorgt die große Hitze zwar für gewisse Unsicherheit mit Blick auf die Teilnahmezahlen im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch zeigt er sich optimistisch. Die Veranstaltung sei ein jährlicher Höhepunkt – sowohl für die Community als auch für die Stadt – und entsprechend groß sei die Vorfreude. Zugleich werde alles dafür getan, die Menschen bestmöglich vor den außergewöhnlich hohen Temperaturen zu schützen.
Schutz vor der Hitze im Fokus
Die Organisatoren rufen dazu auf, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, idealerweise LSF 50, zu benutzen, eine Kopfbedeckung zu tragen und ausreichend zu trinken. Entlang der Pridemeile auf der Ludwigstraße werden Trinkwasserstationen und Wassersprühpunkte eingerichtet. Außerdem stehen Biergärten mit Sonnenschirmen bereit, und auf den Bühnen wird regelmäßig daran erinnert, auf die eigene Gesundheit zu achten. Auch die Sanitätsdienste seien laut Breyer besonders aufmerksam und vorbereitet. Ein offizielles Alkoholverbot gebe es zwar nicht, auf Alkohol zu verzichten, sei bei den Temperaturen aber sicher sinnvoll.

Drei Tage Programm in der Innenstadt
Die Parade ist Teil eines dreitägigen Straßenfests mit Konzerten, Karaoke, politischen Diskussionsrunden und Partys. Schirmherr ist erneut das Münchner Stadtoberhaupt – in diesem Jahr erstmals Dominik Krause (Grüne), der das Amt des Oberbürgermeisters ausübt und selbst schwul ist.
Antwort auf mehr queerfeindliche Vorfälle
Der CSD versteht sich auch als klares Signal gegen die wachsende Zahl queerfeindlicher Übergriffe. Nach Angaben der Beratungsstelle Strong! stieg die Zahl solcher Vorfälle in Bayern im vergangenen Jahr deutlich – von 289 auf 413. Gemeldet wurden dabei sehr unterschiedliche Formen von Anfeindungen: von Benachteiligungen im Alltag über Beleidigungen und Drohungen bis hin zu sexueller Belästigung und körperlicher Gewalt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber