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Nächste Pleite für Weinstein: Gericht weist ihn ab

Harvey Weinstein scheitert vor Gericht: Seine Verurteilung bleibt fast komplett bestehen – nur beim Strafmaß gibt es Bewegung.

27.06.2026, 03:05 Uhr

Ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Kalifornien hat einen Antrag von Harvey Weinstein zurückgewiesen, seine Verurteilung wegen Sexualstraftaten aufheben zu lassen. Das aus drei Richtern bestehende Gremium bestätigte am Freitag Ortszeit den Schuldspruch aus dem Jahr 2022. Allerdings soll das Strafmaß in dem Fall neu festgesetzt werden.

Vor einem Gericht in Los Angeles war der frühere Filmproduzent im Dezember 2022 in drei Punkten schuldig gesprochen worden, darunter auch wegen Vergewaltigung. Die Anschuldigungen stammten von vier Frauen und bezogen sich auf mutmaßliche Taten zwischen 2004 und 2013. Ein Großteil der Übergriffe soll sich in Hotels in Beverly Hills ereignet haben. Im Februar 2023 wurde Weinstein dafür zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.

Verteidigung scheitert mit Berufung

Weinsteins Anwälte hatten gegen das Urteil Berufung eingelegt und unter anderem geltend gemacht, das Verfahren sei bei der Befragung von Zeugen unfair geführt worden. Damit hatten sie nun keinen Erfolg. Das Berufungsgericht verwies den Fall jedoch an die Richterin der ersten Instanz zurück. Sie hatte in einem der Anklagepunkte damals die Höchststrafe von acht Jahren verhängt und soll nun die Strafe neu bemessen.

Weinsteins Sprecher Juda Engelmayer zeigte sich in einer Erklärung enttäuscht darüber, dass das Urteil Bestand hat. Zugleich kündigte er an, dass die Verteidigung den Fall vor den Obersten Gerichtshof Kaliforniens bringen wolle.

Entwicklungen auch in New York

Bereits einen Tag zuvor war auch in einem separaten Verfahren in New York eine Entscheidung bekannt geworden. Nach Abstimmung mit der Schauspielerin Jessica Mann, die Weinstein eine Vergewaltigung vorwirft, werde dieser Teil des Falls nicht noch einmal verhandelt, teilte die Staatsanwaltschaft in New York am Donnerstag mit.

Weinstein war beschuldigt worden, Mann im Jahr 2013 in einem Hotel in Manhattan vergewaltigt zu haben. In dem Prozess von 2020, der sich im Kern auf die Aussagen zweier Klägerinnen stützte, war er zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil wurde 2024 wegen Verfahrensfehlern überraschend aufgehoben. Danach kam es zwar zu zwei neuen Verfahren, doch in diesem Anklagepunkt konnten sich die jeweiligen Geschworenen beide Male nicht auf ein Urteil einigen.

Im Jahr 2025 befand eine Jury in New York jedoch, dass Weinstein schwere Sexualdelikte an einer anderen Frau begangen habe. Das Strafmaß in diesem Fall soll im September verkündet werden.

Seit 2017 haben mehr als 80 Frauen Weinstein öffentlich sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. Der frühere Hollywood-Produzent weist sämtliche Anschuldigungen vor Gericht zurück. Seine Verteidiger vertreten die Position, die sexuellen Begegnungen seien einvernehmlich gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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