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Spider-Man im Krimi: Nicolas Cage so düster wie nie

Düsteres New York, korrupte Eliten, ein kaputter Spinnen-Detektiv: „Spider-Noir“ zeigt Marvel überraschend anders.

26.05.2026, 13:47 Uhr

Bevor Tom Holland Ende Juli in „Spider-Man: Brand New Day“ wieder als freundliche Spinne aus der Nachbarschaft auf Verbrecherjagd geht, bringt Prime Video zunächst eine deutlich ältere und finsterere Variante des Helden an den Start: „Spider-Noir“. Die neue Serie umfasst acht Folgen und ist seit dem 27. Mai beim Streamingdienst zu sehen.

Die Hauptrolle übernimmt Nicolas Cage, inzwischen 62 Jahre alt. Die Produktion verbindet Marvel-Superheldenstoff mit der dunklen Atmosphäre klassischer Film-noir-Krimis.

Zwei Welten prallen aufeinander

Im Mittelpunkt steht Ben Reilly, ein heruntergekommener Privatdetektiv mit besonderen Fähigkeiten. Anders als Peter Parker ist diese Spinnenfigur verbittert, mürrisch und klar an den harten Leinwandfiguren von Humphrey Bogart angelehnt – etwa aus „Die Spur des Falken“ oder „Gangster in Key Largo“.

Zum Serienstart erklärte Cage, er habe eine Vision aus seiner Fantasie verwirklichen wollen: ein Pop-Art-Stück, in dem zwei eigentlich gegensätzliche Welten aufeinandertreffen. Der Regiestil von Howard Hawks und das Schauspiel eines Edward G. Robinson träfen hier auf die Comicwelt von Stan Lee – und genau aus diesem Zusammenprall sollten die Funken entstehen.

New York in den 1930ern

Die Handlung spielt im New York der 1930er Jahre, mitten in der Zeit der Großen Depression. Gleich zu Beginn wird klar: Reilly war einst nachts als maskierter Rächer The Spider unterwegs und räumte in der Unterwelt der Stadt auf. Nachdem seine große Liebe Ruby starb und er sie nicht retten konnte, gab er dieses gefährliche Doppelleben auf. Seitdem gilt The Spider als verschwunden.

Als Privatdetektiv bekommt Reilly einen heiklen Fall: Er soll einen Mann finden, der übernatürliche Kräfte besitzt – genauer gesagt jemanden, der zu Feuer werden kann. Dieser Flüchtige hat das Anwesen des Gangsterbosses Silvio Manfredi alias Silvermane in Brand gesetzt. Gespielt wird Silvermane von Brendan Gleeson. Der Name lässt zwar anderes vermuten, doch diese Version der Figur ist deutlich irisch und nicht italienisch geprägt.

Reilly nimmt den Auftrag an, obwohl ihm bewusst ist, wie gefährlich Silvermane ist. Während seiner Suche meldet sich immer wieder sein Spinnensinn. Aus dem einen Fall wird rasch ein ganzes Netz weiterer düsterer Verstrickungen – und es dauert nicht lange, bis The Spider aus dem Schatten zurückkehrt.

Paraderolle für Kultstar Nicolas Cage

In den 1990er Jahren war Cage mit Filmen wie „The Rock“, „Con Air“ und „Face/Off“ einer der großen Actionstars Hollywoods. Für „Leaving Las Vegas“ gewann er zudem den Oscar als bester Hauptdarsteller. Nach einer schwankenden Karrierephase entwickelte er sich seit den 2010er Jahren immer mehr zur Kultfigur.

Mit „Spider-Noir“ wagt sich Cage nun an seine erste TV-Serie. Nach eigenen Worten reizte ihn vor allem das längere Format, weil es mehr Raum biete, kleine erzählerische Spuren zu legen – etwa dazu, wie die Spinnen-DNA Reilly beeinflusst.

Für Cage ist die Rolle wie gemacht. In der Serie spielt er kontrollierter als in manchen seiner exzentrischeren Filmauftritte, ohne dabei seine markante Coolness, die expressive Mimik und seine grimmige Ausstrahlung einzubüßen. Gerade diese Mischung passt ideal zu dem desillusionierten Ermittler der 30er Jahre. Mit der Figur ist Cage ohnehin vertraut: Im Animationsfilm „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ sprach er Spider-Noir bereits.

Wahlweise in Farbe oder in Schwarz-Weiß

Prime Video veröffentlicht „Spider-Noir“ in zwei Fassungen: in Farbe und in Schwarz-Weiß. Wer das volle 30er-Jahre-Gefühl auskosten möchte, dürfte mit der monochromen Variante am besten fahren. Wer eine modernere Optik bevorzugt, kann zur Farbversion greifen.

Unabhängig von der gewählten Fassung lebt die Serie von ihrer klassischen Ästhetik und dem bewusst altmodischen Stil. Vor allem aber ist es die enorm präsente und spielfreudige Performance von Nicolas Cage, die „Spider-Noir“ über weite Strecken trägt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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