Chesley Sullenberger, der als Pilot des "Wunders vom Hudson" weltweit bekannt wurde, hat bekanntgegeben, an Alzheimer erkrankt zu sein. Der 75-Jährige veröffentlichte die Diagnose auf seiner Website sowie in einem Gespräch mit dem Magazin People. Nach seinen Angaben wurde die Krankheit bereits im vergangenen August festgestellt. Sullenberger erklärte, er wolle auch in diesem neuen Lebensabschnitt anderen helfen und offen mit seiner Erkrankung umgehen, um weiteren Betroffenen Mut zu machen.
Berühmt durch Notlandung auf dem Hudson
Internationale Bekanntheit erlangte Sullenberger durch die spektakuläre Notwasserung eines Airbus A320 am 15. Januar 2009 in New York. Nachdem ein Vogelschlag beide Triebwerke beschädigt hatte, setzte er das Flugzeug auf dem Hudson River auf. Sämtliche 150 Passagiere und die fünf Mitglieder der Crew überlebten.
Die Landung auf dem eiskalten Fluss vor der New Yorker Skyline gilt bis heute als außergewöhnliche fliegerische Leistung. Die Maschine blieb beim Aufprall auf dem Wasser stabil und zerbrach nicht. Sullenberger, ein ehemaliger Militärpilot mit rund 40 Jahren Erfahrung, verließ das Flugzeug damals als Letzter, nachdem er die Kabine noch einmal kontrolliert hatte, um sicherzugehen, dass niemand zurückblieb. In den USA wurde er daraufhin als Held gefeiert.
Buch und Film über "Sully"
Später veröffentlichte Sullenberger seine Autobiografie Man muss kein Held sein. Das Buch diente als Grundlage für den Film Sully von Clint Eastwood aus dem Jahr 2016, in dem Tom Hanks die Hauptrolle spielte. Bereits 2010 ging Sullenberger in den Ruhestand, engagierte sich danach jedoch weiterhin als Fachmann für Flugsicherheit und Unfalluntersuchungen.

Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz. Die Krankheit führt zum Abbau von Nervenzellen im Gehirn und kann unter anderem Vergesslichkeit, Verwirrung, Sprachprobleme und Orientierungslosigkeit auslösen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber