Thailands Regierung will nach dem folgenschweren Brand in einem Lokal in Bangkok, bei dem 30 Menschen ums Leben kamen, die Regeln für Vergnügungsstätten grundlegend überarbeiten. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul kündigte laut der Zeitung Bangkok Post an, Vorschriften zu Genehmigungen, Öffnungszeiten und Standortauflagen umfassend auf den Prüfstand zu stellen. Viele der bestehenden Bestimmungen seien nicht mehr zeitgemäß. Zugleich warf er Betreibern vor, aus Gewinnstreben Sicherheitsregeln zu missachten.
Bangkok zählt zu den meistbesuchten Städten weltweit und ist für sein Nachtleben bekannt. Immer wieder kommt es dort jedoch zu schweren Unglücken. So auch in der Nacht zum Montag, als im Pub Rong Beer Na Ladprao im beliebten Stadtteil Chatuchak plötzlich ein Feuer ausbrach, während eine Liveband spielte. Nach ersten Ermittlungen könnte ein Kurzschluss an einer Klimaanlage über der Decke den Brand ausgelöst haben.
Für viele Gäste gab es kaum eine Fluchtmöglichkeit aus Flammen und dichtem Rauch. Noch in derselben Nacht wurden mehr als zwei Dutzend Todesopfer gefunden. Rund 70 Menschen wurden verletzt, mehr als 20 von ihnen schwer. Einige starben später an den Folgen ihrer Verletzungen.
Landesweite Überprüfungen angeordnet
Als Reaktion auf die Katastrophe ordnete die Regierung landesweite Kontrollen von Vergnügungsstätten und öffentlichen Gebäuden an. Innerhalb von 30 Tagen sollen Behörden unter Führung des Innenministeriums unter anderem Brandschutzeinrichtungen, Notausgänge, zulässige Besucherzahlen und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften überprüfen. Einrichtungen mit gravierenden Mängeln sollen vorläufig geschlossen bleiben, bis die Probleme behoben sind.

Anutin betonte zugleich, dass viele Missstände nicht auf fehlende Gesetze zurückgingen, sondern darauf, dass Betreiber bestehende Regeln bewusst ignorierten, um ihre Gewinne zu steigern. Nach dem Brand untersuchen Ermittler unter anderem, ob Ausgänge verschlossen wurden, damit Gäste das Lokal nicht ohne Bezahlung verlassen konnten. Zudem gibt es Hinweise auf versperrte Fluchtwege und unzureichenden Brandschutz.
Mögliche rechtliche Konsequenzen für die Betreiber
Nach bisherigen Erkenntnissen war das für Live-Musik bekannte Lokal als Restaurant zugelassen, wurde aber offenbar wie eine Vergnügungsstätte genutzt. Die Ermittler prüfen nun, ob dadurch strengere Auflagen bei Genehmigung und Sicherheit umgangen wurden. Gegen den Betreiber und dessen Geschäftspartner könnten daher strafrechtliche Schritte folgen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber