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«Of One Blood» sorgt für Opern-Jubel

Zwei Königinnen, ein tödliches Duell: Warum Elizabeth I. und Mary Stuart jetzt als neue Oper für Gänsehaut sorgen.

11.05.2026, 07:54 Uhr

Uraufführung von „Of One Blood“ an der Bayerischen Staatsoper

An der Bayerischen Staatsoper ist die Geschichte um die englische Königin Elisabeth I. und ihre schottische Gegenspielerin Maria Stuart neu als Oper erzählt worden. Bei der Premiere von „Of One Blood“ gab es großen Beifall für den australischen Komponisten Brett Dean und die Librettistin Heather Betts.

Das Künstlerpaar, das bei neuen Opern regelmäßig gemeinsam arbeitet, bleibt dabei nahe an der bekannten historischen Vorlage. Die Handlung um die beiden rivalisierenden Monarchinnen, die bereits vielfach bearbeitet und auch von Friedrich Schiller dramatisch gestaltet wurde, erhält in dieser Fassung keine grundlegende neue Wendung.

Briefe, Gedichte und ein Netz aus Macht und Gewalt

Das Libretto stützt sich auf historische Briefe und Gedichte. Daraus entsteht ein Blick in das Innenleben der beiden Herrscherinnen, die sich trotz ihrer politischen Gegnerschaft durch ihre gemeinsame Abstammung verbunden fühlen – eben als Menschen „eines Blutes“. Diese Nähe kann jedoch am Ende nichts gegen die von Männern geprägten Strukturen von Macht und Gewalt ausrichten.

Regisseur Claus Guth unterstreicht diesen Gegensatz mit einer zweigeteilten Inszenierung. Eine markante schwarze Linie trennt die Sphären der beiden Königinnen voneinander. Die Geschichte erscheint dabei wie eine historische Untersuchung: Die Westminster Abbey, in der beide Königinnen begraben sind, wird zum Schauplatz eines regelrechten Forschungslabors.

Heather Betts: Beide Königinnen waren Opfer

Librettistin Heather Betts sagte der Deutschen Presse-Agentur, die vereinfachte Erzählung von einer guten und einer bösen Königin halte der Wirklichkeit nicht stand. Für sie werde auf schmerzliche Weise deutlich, dass beide Frauen Opfer gewesen seien – reale Menschen, reale Frauen, gefangen in den politischen Erwartungen ihrer Zeit.

Bayerische Staatsoper
Die Bayerische Staatsoper zeigt das neue Werk «Of One Blood». (Archivbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa

Besonders faszinierend sei für sie die psychologische Dimension des Konflikts. Dass sich Elisabeth I. und Maria Stuart nie persönlich begegneten und dennoch jede von der Existenz der anderen beständig und schmerzhaft verfolgt wurde, mache den Kern ihrer Beziehung aus.

Vera-Lotte Boecker begeistert als Maria Stuart

Musikalisch prägte vor allem Vera-Lotte Boecker den Uraufführungsabend. Als Maria Stuart gestaltete sie die innere Zerrissenheit ihrer Figur eindrucksvoll und zog damit viel Aufmerksamkeit auf sich. Selbst die mächtige Elisabeth I., gesungen von Johanni van Oostrum, trat daneben etwas in den Hintergrund.

Den stärksten Applaus des Abends erhielt Boecker gemeinsam mit Dirigent Vladimir Jurowski. Noch größer fiel der Jubel nur für die Schöpfer der neuen Oper aus.

Ein weiteres familiäres Detail: Mit Lotte Betts-Dean, der Tochter der Librettistin, die in der Produktion eine Zofe singt, wurde „Of One Blood“ auch auf der Bühne zu einem echten Familienprojekt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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