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Haftbefehls Management: «Jetzt geht es ihm täglich besser»

Nach Konzert-Absagen wegen seiner Gesundheit: Wie steht es wirklich um Haftbefehl – und was sagt sein Umfeld jetzt?

14.10.2026, 13:12 Uhr

Nach der Absage mehrerer geplanter Auftritte gibt es ein Update zum Gesundheitszustand von Haftbefehl. Sein Manager Erfan Bolourchi und sein Bruder Cem Anhan erklärten auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass es dem Rapper derzeit schrittweise besser gehe. "Aykut geht es von Tag zu Tag besser, und er gewinnt zunehmend an Kraft", teilten sie mit.

Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt, sollte eigentlich in Düsseldorf und Berlin auftreten. Bereits zuvor hatte sein Bruder Cem Anhan, bekannt als Rapper Capo, in einem Video auf Instagram und TikTok gesagt, Haftbefehl stehe "unter ärztlicher Aufsicht" und müsse sich derzeit voll auf seine Gesundheit konzentrieren. Deshalb könne er sich auch nicht selbst an seine Fans wenden. Nähere Angaben zu seinem Gesundheitszustand machte die Familie weiterhin nicht.

Die Nachricht löste große Anteilnahme aus. Auf Instagram und TikTok sammelte das Video von Capo tausende Kommentare und Likes, zudem wurde es millionenfach aufgerufen. Auch prominente Kollegen meldeten sich zu Wort: Rapper Marteria reagierte mit Herzen, Samra schrieb: "Gesundheit ist alles! viel Kraft und gute Besserung".

Seit Längerem gesundheitlich angeschlagen

Haftbefehl kämpft schon seit geraumer Zeit mit gesundheitlichen Problemen. Schon im Juni hatte der 40-Jährige nach mehreren kurzfristig gestrichenen Festivalauftritten eine Auszeit angekündigt und sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Damals erklärte er in einem Instagram-Beitrag, viele Menschen hätten die Doku gesehen und wüssten, dass er seit längerer Zeit mit gesundheitlichen und persönlichen Herausforderungen zu kämpfen habe. Die große Aufmerksamkeit und "der ganze Rummel" hätten ihn zusätzlich belastet.

In der 2025 erschienenen Netflix-Dokumentation "Babo – Die Haftbefehl-Story" hatte der Offenbacher offen über psychische Probleme, seine Drogensucht und den Kokainkonsum gesprochen, der nach seinen Angaben beinahe tödlich endete. Der Film wurde breit diskutiert und entwickelte sich zum Streaminghit.

Warum das Interesse an Haftbefehl so groß bleibt

Dass die Anteilnahme rund um den Künstler weiter enorm ist, hat aus Sicht des Soziologen Martin Seeliger von der Universität Bremen mehrere Gründe. Haftbefehl sei nicht nur ein außergewöhnlicher Musiker, sondern auch als Person auffällig, interessant und unterhaltsam. Hinzu komme, dass Berichte über Drogenkonsum und gesundheitliche Krisen die öffentliche Aufmerksamkeit erneut verstärkten.

Seeliger sieht außerdem eine Mischung aus Boulevardinteresse, Kunstfaszination und Voyeurismus. Wenn Aspekte wie Kokain, Showbusiness, Gangsterrap und ein medizinischer Notfall zusammenkämen, entstehe schnell ein großes Medienecho. Auch die teils reißerische Berichterstattung über seinen Zustand habe das Interesse vieler Menschen zusätzlich angefacht.

Kritisch bewertet der Soziologe auch die Netflix-Doku selbst. Sie habe einen Deutungsrahmen geschaffen, in dem nun auch die aktuelle Gesundheitslage des Rappers wahrgenommen werde. Ähnlich argumentierte laut Bericht auch der "Spiegel": Wer die eigene Sucht so stark zum Teil der öffentlichen Geschichte mache, bei dem wolle das Publikum wissen, wie es weitergehe.

Frankfurt-Auftritt kostete viel Kraft

Laut Manager Bolourchi habe das Konzert Ende September in Frankfurt den Rapper enorm viel Energie gekostet. Dennoch sei es Haftbefehls ausdrücklicher Wunsch gewesen, für seine langjährigen Fans auf die Bühne zu gehen.

Aus seinem direkten Umfeld habe man zwar versucht, eine Absage des Auftritts zu erreichen. Haftbefehl habe jedoch vor allem an die Menschen gedacht, die Geld für Tickets ausgegeben, teils weite Wege auf sich genommen und sich auf das Konzert gefreut hätten.

Auch die weiteren geplanten Shows in Berlin und Düsseldorf habe er nach Angaben seines Managements nicht absagen wollen, um seine Fans nicht zu enttäuschen. Inzwischen stehe jedoch seine Gesundheit klar im Vordergrund. Deshalb brauche er nun eine Pause von öffentlichen Auftritten, um neue Kraft zu sammeln und sich vollständig auf seine Genesung zu konzentrieren.

Management bittet um Geduld

Zum Schluss bat sein Umfeld um Verständnis, Geduld und positive Unterstützung für den Künstler in dieser Phase. Manager Erfan Bolourchi betonte, Haftbefehl habe ein großes Herz und gehe für seine Kunst an jede Grenze. Wenn es seine Verfassung wieder zulasse, wolle er zu gegebener Zeit mit neuer Musik, Shows und Energie auf die Bühne zurückkehren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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