Der aus der Erfolgsserie Breaking Bad bekannte US-Schauspieler RJ Mitte ist im Alter von 34 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Management der Deutschen Presse-Agentur. In einer Mitteilung der Familie hieß es: Man nehme mit tiefer Traurigkeit Abschied von einem beliebten Schauspieler, Philanthropen und leidenschaftlichen Kämpfer für die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Mehrere US-Medien berichteten übereinstimmend, Mitte sei am Montag in Brownsville im Bundesstaat Texas tot aufgefunden worden. Die Angaben stützen sich auf sein Management sowie auf örtliche Behörden. Zu den Todesumständen und einer möglichen Ursache laufen demnach derzeit Ermittlungen.
Erkrankung von Geburt an
Mitte wurde 1992 im US-Bundesstaat Mississippi geboren und kam mit Zerebralparese zur Welt. Große Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle als Walter White Jr. in Breaking Bad, dem Sohn der von Bryan Cranston gespielten Hauptfigur Walter White.
Die preisgekrönte Serie lief von 2008 bis 2013 über fünf Staffeln zunächst beim US-Kabelsender AMC und wurde während ihrer Laufzeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Inhaltlich dreht sich die Handlung um den krebskranken Chemielehrer Walter White, der unter dem Namen Heisenberg Crystal Meth produziert und verkauft, um finanziell für seine Familie vorzusorgen. Die Serie wurde weltweit zum großen Erfolg.
Sein Agent Sean Riley erklärte, Mitte habe der Figur durch seine eigenen Erfahrungen besondere Authentizität verliehen. Zugleich habe er seine Bekanntheit genutzt, um mehr Aufmerksamkeit für Behinderung und Inklusion zu schaffen. Zerebralparese bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, die mit Bewegungsstörungen und Muskelsteife einhergehen und auf Schädigungen oder Fehlbildungen des Gehirns zurückgehen.
Botschafter für andere Betroffene
Im vergangenen Jahr hatte Mitte gesagt, er habe hart daran gearbeitet, die Mobilität zu erreichen, über die er heute verfüge. Gleichzeitig betonte er, viele andere Menschen hätten nicht dieselben Möglichkeiten wie er.
Der Schauspieler, dessen vollständiger Name Roy Frank Mitte III lautete, hatte zuletzt noch intensiv seinen neuen Film „Talking To Strangers“ beworben. Auch in diesem Projekt spielte seine körperliche Einschränkung eine wichtige Rolle.
Vor rund einem Jahr hatte er sich zudem mit seiner langjährigen Partnerin Kennedy Suarez verlobt. Medienberichten zufolge war Mitte noch vor seiner Geburt zur Adoption freigegeben worden. In einem älteren Bericht wurde er mit den Worten zitiert, man habe ihn direkt nach der Entbindung weitergereicht.
Bryan Cranston reagiert bestürzt
Besonders bewegt äußerte sich sein Serienvater Bryan Cranston. In einem Instagram-Beitrag schrieb der Schauspieler, er sei „zutiefst verzweifelt“. Er erinnerte daran, Mitte bereits als 14-Jährigen beim Casting für die Rolle des Walter White Jr. kennengelernt zu haben.
Cranston schrieb weiter, Mitte habe die Herausforderung seiner zerebralen Lähmung niemals als Ausrede genutzt. Er habe ihn geliebt und die gemeinsame Zeit während der Serie sehr geschätzt. Abschließend verabschiedete er sich mit den Worten: „Ich werde dich vermissen, Sohn.“
Schauspielerei war ursprünglich nicht der Plan
Nach Angaben von CNN hatte Mitte noch kürzlich in einem Podcast erzählt, dass die Schauspielerei ursprünglich gar nicht sein Plan gewesen sei. Erst später habe er darin seine eigentliche Leidenschaft entdeckt.
Sein erstes Vorsprechen galt demnach einem öffentlichen Informationsspot des US-Bundesstaates Kalifornien – ausgerechnet einem Anti-Meth-Werbespot. Daran erinnerte er sich Anfang des Monats im Podcast des Internet-Influencers Joe Vulpis. Später habe er selbst auf die Ironie hingewiesen, dass sein großer Durchbruch dann ausgerechnet mit Breaking Bad gelang – einer Serie über einen Lehrer, der Drogen herstellt und verkauft.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber