Alexander Zverevs erste beiden Grand-Slam-Titel werden in der Tenniswelt auch mit den Verletzungsproblemen seiner wichtigsten Konkurrenten Jannik Sinner und Carlos Alcaraz in Verbindung gebracht. Für Mischa Zverev ist diese Debatte jedoch nicht nachvollziehbar.
Im Gespräch mit Sport1 widersprach der Bruder des Weltranglistenzweiten deutlich. Mischa Zverev, der im Team seines Bruders als Manager und taktischer Berater mitwirkt, sagte, man könne die Erfolge deshalb nicht abwerten. Jüngere Spieler seien nicht automatisch im Vorteil.
„Dafür gibt es Gründe“
Beim Triumph von Alexander Zverev bei den French Open in Paris konnte Titelverteidiger Carlos Alcaraz wegen einer Verletzung am Handgelenk nicht antreten. Jannik Sinner schied dort nach körperlichen Problemen früh aus. Auch beim US-Open-Sieg von Zverev in New York war Sinner wegen Kniebeschwerden gar nicht dabei, während Alcaraz bei seinem Comeback nach längerer Pause bereits im Viertelfinale ausschied.
Mischa Zverev machte deutlich, dass Verletzungen im Spitzensport nicht zufällig kämen. Wer fehle, habe meist zuvor körperlich zu viel riskiert, sei nicht vollständig genesen oder habe die Belastung nicht optimal gesteuert. Sein Bruder sei zwar mit 29 Jahren älter als Sinner und Alcaraz, aber eben fit und konkurrenzfähig. Zudem habe Alexander Zverev nach seiner schweren Knöchelverletzung aus dem Jahr 2022 eindrucksvoll zurückgefunden.
Kritik am Aufschlag? Für Mischa nebensächlich
Gelassen reagierte Mischa Zverev auch auf die Diskussion um die Service-Routine seines Bruders. Die Kritik an dem häufigen Balltippen vor dem Aufschlag halte er für wenig relevant. Sinngemäß verglich er die Debatte damit, dass sich nach einem Grand-Slam-Sieg jemand über die Farbe der Socken beschwere. Wer erfolgreich sei, müsse immer damit rechnen, dass irgendjemand eine Kleinigkeit bemängele.

Alexander Zverev hatte bei den US Open auffällig oft den Ball aufspringen lassen, bevor er servierte. Das war auch Boris Becker aufgefallen. Im Podcast mit Andrea Petkovic nannte Becker das ständige Balltippen vor dem zweiten Aufschlag als seinen einzigen größeren Kritikpunkt. Eine feste Zeitbegrenzung gibt es für den zweiten Aufschlag derzeit allerdings nicht. Beim ersten Service haben die Spieler nach der Ansage des Spielstands durch den Schiedsrichter 25 Sekunden, um den Punkt zu beginnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber