In der Nähe des kolumbianischen Touristenorts Villa de Leyva ist ein großflächiger Waldbrand ausgebrochen. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde UNGRD wurden bislang etwa 290 Hektar Vegetation zerstört oder beschädigt – das entspricht ungefähr 400 Fußballfeldern.
Aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Anwohner sowie zwei Hotels evakuiert. Todesopfer oder Schwerverletzte gibt es den Behörden zufolge bisher nicht. Wie der Radiosender Blu Radio berichtete, mussten jedoch 37 Menschen medizinisch versorgt werden, darunter überwiegend Einsatzkräfte.
Wichtiges Naturreservat in Gefahr
Mehr als 400 Feuerwehrleute und Helfer kämpfen gegen die Flammen. Der Gouverneur des Departamentos Boyacá, Carlos Amaya, warnte im Gespräch mit Caracol Radio, dass auch das bedeutende Naturreservat Iguaque bedroht sei. Dort bestehe die Gefahr schwerer und möglicherweise dauerhafter Schäden für die Tier- und Pflanzenwelt.
Angesichts der Lage rief die Stadt Villa de Leyva den Katastrophenfall aus. Außerdem fiel am Montag der Präsenzunterricht an den Schulen aus. Zwar gilt inzwischen etwa die Hälfte des Feuers als eingedämmt, doch starke Winde in der bergigen Gegend erschweren die Löscharbeiten und können jederzeit neue Brandherde entstehen lassen.
Die Ursache des Feuers ist noch unklar. Die Behörden prüfen auch, ob menschliches Handeln eine Rolle gespielt haben könnte.
Villa de Leyva zählt wegen seiner gut erhaltenen kolonialen Architektur und der historischen Altstadt zu den bekanntesten Reisezielen Kolumbiens. Die Stadt liegt rund 165 Kilometer nördlich von Bogotá.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber