Fußball

Xhaka packt aus: Corona-Zertifikate «erworben»

Schweiz-Kapitän Xhaka fehlt plötzlich im Nationalteam – der Grund ist brisant: In einem Statement legt er ein Geständnis ab.

21.09.2026, 11:31 Uhr

Granit Xhaka gesteht Erwerb von Corona-Impfzertifikat – Rückkehr ins Nationalteam offen

Der Schweizer Fußballprofi Granit Xhaka hat sich nach tagelangen Diskussionen um mutmaßlich gefälschte Corona-Impfzertifikate öffentlich geäußert und den Erwerb einer Impfbestätigung eingeräumt. Für den 33-Jährigen ist die Angelegenheit damit jedoch nicht beendet: Eine Einvernahme durch die Luzerner Staatsanwaltschaft steht kurz bevor, und auch seine Rückkehr in die Schweizer Nationalmannschaft ist vorerst offen.

Misstrauen gegenüber dem Impfstoff

In einem Statement auf Instagram erklärte Xhaka, er sei im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung damals stark verunsichert gewesen und habe große Bedenken gehabt. Er habe nach eigenen Worten tiefes Misstrauen gegenüber dem Impfstoff empfunden und sich in einer von Ängsten geprägten Situation befunden.

Statt seine offenen Fragen auf regulärem Weg zu klären, habe er sich damals dazu entschieden, eine Impfbestätigung zu erwerben.

Xhaka: „Es war ein Fehler“

Rückblickend bezeichnete der Mittelfeldspieler sein Verhalten klar als falsch. Er sehe heute, dass dieser Weg nicht richtig gewesen sei und sprach von einem Fehler. Zugleich betonte Xhaka, er übernehme die Verantwortung für seine damalige Entscheidung, stelle sich der Aufarbeitung des Sachverhalts und wolle vollständig mit den zuständigen Behörden kooperieren.

Die Staatsanwaltschaft Luzern ermittelt in der Angelegenheit. Nach Angaben von Simon Kopp, dem Leiter der Medienstelle der Behörde, geht es um die Frage, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten im Zusammenhang mit einer möglichen Erschleichung einer falschen Beurkundung und/oder Urkundenfälschung bei Corona-Zertifikaten vorliegt. Eine Befragung Xhakas soll schon bald erfolgen.

Neue Ungereimtheiten vor dem Geständnis

Nur zwei Tage vor Xhakas öffentlicher Stellungnahme hatte sein Sprecher Andreas Bantel erklärt, es lägen Bestätigungen der behandelnden Ärztin für zwei Termine vor. Die Zeitung „Blick“ verglich diese Angaben mit dem damaligen Spielplan von Xhakas Verein und berichtete anschließend über neue Ungereimtheiten in dem Fall.

Erinnerungen an frühere Fälle

Die Luzerner Staatsanwaltschaft hatte bereits 2022 in einem ähnlich gelagerten Fall ermittelt. Damals war der frühere Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, Patrick Fischer, mit einem über den Messengerdienst Telegram bestellten gefälschten Covid-Impfzertifikat zu den Winterspielen nach China gereist.

Erst in diesem Jahr trennte sich der Verband von Fischer. Verbandspräsident Urs Kessler räumte dabei ein, die frühere Einschätzung, die Angelegenheit sei erledigt, habe sich im Nachhinein als zu kurz gegriffen erwiesen.

Auch im deutschen Fußball gab es vergleichbare Konsequenzen: Bei Werder Bremen traten Markus Anfang und Co-Trainer Florian Junge nach Ermittlungen wegen gefälschter Impfzertifikate zurück. Anfang erhielt später neben einer Geldstrafe auch eine Sperre durch das DFB-Sportgericht.

Reaktion des Schweizer Verbands

Den Schweizerischen Fußballverband hatte Xhaka bereits am Abend vor seiner Instagram-Erklärung informiert. Der 152-malige Nationalspieler suchte damit frühzeitig das Gespräch mit dem Verband.

SFV-Präsident Peter Knäbel erklärte, man begrüße, dass sich Xhaka dem Verfahren stelle. Zugleich habe man gemeinsam entschieden, dass es im Interesse der Mannschaft sei, den aktuellen Lehrgang ohne ihn zu absolvieren. Nun gehe es für den Verband darum, Ruhe in die Situation zu bringen und den Fokus vollständig auf das Team sowie die anstehenden Aufgaben in der UEFA Nations League zu richten.

Vorerst kein Einsatz in der Nations League

Xhaka, der derzeit beim AFC Sunderland in der englischen Premier League unter Vertrag steht, wird der Schweizer Nationalmannschaft nach seinem Eingeständnis in den kommenden vier Nations-League-Spielen fehlen. Ob und wann er ins Nationalteam zurückkehrt, ist derzeit offen.

Die Schweizer Nationalmannschaft bereitet sich im türkischen Belek auf die Auswärtsspiele am 26. und 29. September vor. Anfang Oktober folgen zwei weitere Begegnungen. Nach Abschluss dieses Länderspielfensters wolle der Verband die Lage gemeinsam mit Xhaka neu beurteilen und das weitere Vorgehen besprechen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen