Olympia-Bewerbung Berlins nach Wahlausgang stark unter Druck
Nach dem klaren Wahlerfolg der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl stehen die Chancen der Hauptstadt auf eine Olympia-Bewerbung deutlich schlechter. Die Partei hatte sich bereits in den vergangenen Jahren mehrfach gegen eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele positioniert.
Schon am kommenden Samstag trifft der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Entscheidung darüber, welche deutsche Stadt oder Region ins Rennen geschickt werden soll.
Tobias Schulze, Vorsitzender der Berliner Linksfraktion, hatte erst vor wenigen Tagen betont, die Menschen in Berlin seien zwar sportbegeistert, sähen in Olympischen Spielen aber keinen großen Nutzen. Seiner Ansicht nach gehe ein solches Großereignis sogar zulasten des Breitensports. Hinweise auf einen Kurswechsel der Linken gibt es derzeit nicht.
Auch die Grünen bleiben bei ihrer Ablehnung
Neben der Linken sprechen sich auch die Grünen gegen eine Berliner Bewerbung aus. Da sie voraussichtlich an einer künftigen Regierung beteiligt wären, verschlechtert das die Ausgangslage zusätzlich.
Klara Schedlich, sportpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, erklärte, angesichts des Wahlergebnisses könne sie sich kaum vorstellen, dass der DOSB weiterhin auf Berlin setze. Die Parteien, die Olympische Spiele in die Hauptstadt holen wollten, seien bei der Wahl deutlich abgestraft worden. Mit einer starken Linken und den Grünen als zweitgrößter Kraft in einer möglichen Regierung halte sie es für wenig realistisch, Berlin als Austragungsort ernsthaft weiterzuverfolgen.

DOSB entscheidet am Samstag
Berlin bewirbt sich gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern um die Austragung der Spiele 2036, 2040 oder 2044. Konkurrenten sind München sowie die Rhein-Ruhr-Region mit Köln.
Der DOSB will seine Wahl bei der Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden bekanntgeben. Ob sich die Delegierten trotz der veränderten politischen Lage in Berlin für die Hauptstadt entscheiden, erscheint derzeit allerdings mehr als fraglich.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber