Politik

Holetschek warnt den Kanzler: Erst denken, dann handeln!

Merz rüttelt am Krankenkassen-System – aus Bayern kommt heftiger Widerstand. Droht jetzt der nächste große Streit?

21.09.2026, 17:40 Uhr

CSU weist Merz-Vorstoß zur Krankenversicherung zurück

Der CSU-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, hat den Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zurückgewiesen, private und gesetzliche Krankenversicherung enger miteinander zu verzahnen. Bei der Herbstklausur der CSU-Fraktion im Kloster Banz bei Bad Staffelstein mahnte Holetschek, neue Modelle sorgfältig abzuwägen, bevor sie in die Debatte eingebracht würden.

Nach seiner Ansicht lässt sich das Problem langer Wartezeiten auf Arzttermine für gesetzlich Versicherte auch anders angehen. Er nannte dabei eine gezieltere Steuerung von Patienten, verbindliche Terminzusagen sowie einen einfacheren Zugang zu ambulanter Behandlung in Krankenhäusern. Das eigentliche Problem werde nicht gelöst, wenn man das bewährte duale Krankenversicherungssystem grundsätzlich infrage stelle, sagte der frühere bayerische Gesundheitsminister.

Merz hatte zuvor auf ein Gerechtigkeitsproblem im Gesundheitswesen hingewiesen. Zwar gebe es aus seiner Sicht nachvollziehbare Argumente für beide Systeme. Wenn jedoch ein großer Teil der Bevölkerung hierin ein erhebliches Problem sehe — eine Einschätzung, die er teile —, müsse darüber gesprochen und nach Veränderungen gesucht werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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