Wimbledon startet: Zverev als deutscher Hoffnungsträger, Serena Williams vor Comeback
Nur drei Wochen nach Alexander Zverevs Erfolg bei den French Open steht bereits das nächste Grand-Slam-Highlight an: Wimbledon. Ab Montag richtet sich der Blick der Tenniswelt auf den All England Club in London, wo auf Rasen um einen der prestigeträchtigsten Titel im Tennis gespielt wird. Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen vor allem auf Zverev. Außerdem sorgt Serena Williams mit ihrer Rückkehr für besondere Aufmerksamkeit.
Wann und wo wird gespielt?
Wimbledon beginnt traditionell an einem Montag und damit anders als die übrigen Grand-Slam-Turniere nicht schon am Sonntag. Zwei Wochen lang ist der All England Lawn Tennis & Croquet Club an der Church Road in London Schauplatz des Geschehens.
Das Finale der Frauen ist für den 11. Juli angesetzt, das Endspiel der Männer folgt am 12. Juli. Beide Partien beginnen um 15.00 Uhr. Eine Besonderheit in Wimbledon bleibt die Sperrstunde um 23.00 Uhr Ortszeit. Sie soll zum einen die Anwohner vor Lärm schützen, zum anderen den Zuschauern eine problemlose Heimreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen.
Welche Chancen hat Alexander Zverev?
Mit dem Titel in Paris hat Zverev einen wichtigen Meilenstein erreicht und den Makel des fehlenden Grand-Slam-Sieges abgelegt. Nun stellt sich die Frage, ob er auch auf Rasen ganz vorne angreifen kann. Zu den Favoriten zählt der Weltranglisten-Dritte in jedem Fall.
Allerdings war Wimbledon bislang nicht sein erfolgreichstes Major-Turnier. Boris Becker traut ihm dennoch den ganz großen Coup zu. Beim Vorbereitungsturnier in Halle schaffte es Zverev bis ins Halbfinale, wo ihn Taylor Fritz stoppte. Auch gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit seiner Diabetes spielten dabei eine Rolle. Trotzdem deutet seine Form darauf hin, dass er in diesem Jahr weiter kommen könnte als bislang. Im Vorjahr war bereits in Runde eins Schluss.

Wer gehört zu den Favoriten?
Bei den Männern gilt Jannik Sinner trotz seines Rückschlags in Paris und des frühen Ausscheidens bei den French Open als erster Anwärter auf den Titel. Der Weltranglistenerste reist als Titelverteidiger nach London und wird auch an Nummer eins gesetzt sein. Carlos Alcaraz fehlt dagegen verletzungsbedingt wegen Problemen am Handgelenk. Dadurch steigen auch die Chancen von Novak Djokovic, der in Wimbledon schon siebenmal gewonnen hat und auf seinen 25. Grand-Slam-Titel hofft.
Im Frauenfeld ist die Ausgangslage offener. Aryna Sabalenka führt als Nummer eins der Welt die Setzliste an. Die Polin Iga Swiatek geht als Titelverteidigerin ins Turnier. Ebenfalls zum engeren Favoritinnenkreis zählen Jelena Rybakina aus Kasachstan und die russische French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa.
Wie stehen die deutschen Chancen insgesamt?
Unter den neun Deutschen, die direkt im Hauptfeld stehen, ist Zverev der einzige mit realistischen Titelambitionen. Dennoch haben deutsche Spielerinnen und Spieler in Wimbledon in den vergangenen Jahren mehrfach überrascht. Laura Siegemund erreichte 2025 das Viertelfinale, Tatjana Maria war drei Jahre zuvor sogar bis ins Halbfinale vorgestoßen.
Bei den Frauen sind zudem Eva Lys, Ella Seidel und Tamara Korpatsch dabei. Bei den Männern stehen neben Zverev auch Yannick Hanfmann, Daniel Altmaier und Jan-Lennard Struff im Hauptfeld.
Was ist mit Serena Williams?
Für eine der größten Geschichten des Turniers sorgt Serena Williams. Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin kehrt mit 44 Jahren und als zweifache Mutter auch im Einzel auf die große Tennisbühne zurück. Ihr bislang letztes Match bei einem Grand-Slam hatte sie vor vier Jahren bei den US Open bestritten.
Nach ihrem Rückzug vom Profisport hatte sie erst vor zwei Wochen im Doppel im Queen’s Club in London ihr Comeback gegeben. Für Wimbledon erhielt sie sowohl für das Einzel als auch für das Doppel eine Wildcard. Im Doppel will sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Venus Williams für Schlagzeilen sorgen.
Wie hoch ist das Preisgeld?
Frauen und Männer erhalten in Wimbledon das gleiche Preisgeld. Die Siegerin und der Sieger im Einzel bekommen jeweils 3,6 Millionen Pfund, was umgerechnet rund 4,17 Millionen Euro entspricht. Im vergangenen Jahr lag die Prämie noch bei drei Millionen Pfund.
Insgesamt werden diesmal 64,2 Millionen Pfund ausgeschüttet. Das entspricht etwa 74,3 Millionen Euro und bedeutet erneut einen Rekordwert. Selbst wer in der ersten Runde ausscheidet, erhält noch 80.000 Pfund.
Wo werden die Spiele übertragen?
Wer Wimbledon live verfolgen möchte, braucht ein Prime-Abonnement. Amazon Prime Video zeigt das Turnier. Erstmals gehört auch die frühere Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber zum Expertenteam, allerdings erst ab der zweiten Turnierwoche.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber