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Sport bei Hitze: Diese Tricks retten dich im Sommer

40-Grad-Schock im Sport: Läufe fallen aus, Tiere leiden. Was Experten jetzt raten, bevor Training gefährlich wird.

25.06.2026, 09:16 Uhr

Sport in Deutschland vor Hitzewochenende: Absagen, Verlegungen und wichtige Regeln für Freizeitsportler

Deutschland steht ein extrem heißes Wochenende mit Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke bevor. Das bleibt auch für den Sport nicht ohne Folgen: Wettkämpfe werden verschoben, Veranstaltungen gestrichen und Spielpläne angepasst. In Hamburg wurde ein Halbmarathon bereits vier Tage vor dem geplanten Start abgesagt. Auch Reitveranstaltungen wie Galopprennen in Krefeld fallen aus, um die Tiere zu schützen. Der Württembergische Fußballverband kündigte zudem an, sämtliche Meisterschaftsspiele aller Alters- und Leistungsklassen am kommenden Wochenende abzusetzen. Im Tennis sind flexible Änderungen am Ablauf möglich.

Nicht nur Profisport und organisierte Wettbewerbe sind betroffen. Auch viele Freizeitathletinnen und -athleten wollen trotz der hohen Temperaturen aktiv bleiben. Klar ist jedoch: Große Hitze belastet den Organismus stark und kann ebenso für Tiere problematisch werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Ist Sport bei großer Hitze grundsätzlich empfehlenswert?

Ja, körperliche Aktivität ist auch im Hochsommer möglich. Der Oftersheimer Hausarzt Martin Schmitt betont, dass Bewegung grundsätzlich gesundheitsfördernd sei. Allerdings sollte Training im Freien möglichst in die kühleren Morgenstunden zwischen 6 und 9 Uhr gelegt werden. Später am Tag seien eher klimatisierte Innenräume geeignet. Der Grund: Bei hohen Temperaturen muss der Körper zusätzliche Energie aufbringen, um sich herunterzukühlen.

Jogger auf Mallorca
Outdoor-Sport sollte bei Hitze eher in den Morgenstunden betrieben werden. Quelle: Clara Margais/dpa

Sollte man Tempo und Trainingsumfang anpassen?

Unbedingt. Schmitt rät dazu, vor allem bei Ausdauersport auf Höchstbelastungen zu verzichten. Das gilt insbesondere für Menschen mit Vorerkrankungen. Bei Hitze sinkt die Leistungsfähigkeit oft ohnehin automatisch. Wer also bei mehr als 30 Grad auf Bestzeiten aus ist, setzt seinen Kreislauf unnötig unter Druck. Ein langsameres Tempo oder kürzere Einheiten helfen, die Belastung zu reduzieren.

Wann wird Training in der Hitze gefährlich?

Riskant wird es vor allem dann, wenn trotz großer Hitze intensiv trainiert, zu wenig getrunken oder Warnzeichen des Körpers missachtet werden. Sportlerinnen und Sportler sollten deshalb ihre Herzfrequenz im Blick behalten. Besonders kritisch ist die Kombination aus hohen Temperaturen, direkter Sonneneinstrahlung und hoher Luftfeuchtigkeit.

Welche Warnzeichen sollte man ernst nehmen?

Alarmsignale können unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, ungewöhnlich starke Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme sein. Treten solche Beschwerden auf, sollte das Training sofort erleichtert oder ganz beendet werden. Bleiben die Symptome bestehen, ist ärztlicher Rat sinnvoll.

Was ist bei Ernährung und Flüssigkeitszufuhr wichtig?

Da der Körper über den Schweiß nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe verliert, kann mineralstoffreiches Wasser hilfreich sein. Auch eine ausreichende Magnesiumzufuhr ist sinnvoll. Entscheidend ist, über den gesamten Tag regelmäßig zu trinken und die Flüssigkeitsreserven nach dem Sport wieder aufzufüllen. Schwere Mahlzeiten direkt vor intensiven Einheiten können den Körper zusätzlich belasten.

Helfen Kühlwesten oder ähnliche Hilfsmittel?

Aus medizinischer Sicht können Kühlwesten sinnvoll sein. Bei großer Hitze steigt häufig die Herzfrequenz, weil der Körper verstärkt versucht, Wärme abzugeben. Zusätzliche Kühlung kann helfen, diesen Effekt abzumildern. Schmitt sieht ihren Einsatz jedoch vor allem im Leistungssport und möglichst unter medizinischer Begleitung.

Was gilt für Reiterinnen, Reiter und Pferde?

Pferde kommen mit trockener Hitze meist besser zurecht als Menschen. Problematisch wird es aber auch für sie, wenn hohe Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit zusammentreffen. Nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung sollten überhitzte Pferde möglichst rasch heruntergekühlt werden. Empfohlen wird, wiederholt reichlich kaltes Wasser über den ganzen Körper zu gießen. Besonders wirksam sei es, das Tier von beiden Seiten mit Eimern abzukühlen, erklärt Henrike Lagershausen, Leiterin für Veterinärmedizin und Tierschutz bei Pferdesport Deutschland. Beim Transport müsse außerdem auf eine gute Belüftung des Anhängers geachtet werden.

Gibt es eine einfache Grundregel für Sport bei Hitze?

Ja: früh trainieren, das Tempo senken, genug trinken und auf den eigenen Körper hören. Wer sich nicht wohlfühlt, sollte die Belastung reduzieren oder ganz pausieren. Langstreckenläufer Samuel Fitwi hat für Läuferinnen und Läufer noch einen zusätzlichen Rat: Auf keinen Fall zu schnell in die Einheit starten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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