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Schock-Sturz: Pogacars Team ins Desaster gerissen

Schock beim Giro: Fünf Teamkollegen von Pogacar stürzen in den Graben – Brüche, Blut, Gehirnerschütterung. Was dahintersteckt.

10.05.2026, 11:35 Uhr

Schwerer Massensturz überschattet Giro-Auftakt in Bulgarien

Tadej Pogacar dürfte den Giro d’Italia in Bulgarien zuletzt mit großer Sorge verfolgt haben. Ohne den slowenischen Star erwischte es auf der zweiten Etappe fast das gesamte UAE-Team bei einem heftigen Sturz mit hohem Tempo, bei dem mehrere Fahrer im Straßengraben landeten. Die Folgen sind gravierend: Marc Soler aus Spanien zog sich einen Beckenbruch zu, der Australier Jay Vine eine Fraktur am Ellenbogen.

Besonders bitter verlief der Tag auch für Adam Yates. Der Brite kam zwar noch mit deutlichem Rückstand und schwer gezeichnet ins Ziel, musste seinen Giro auf der dritten Etappe aber beenden. Eine große Platzwunde, zahlreiche Schürfwunden und Symptome einer Gehirnerschütterung machten ein Weiterfahren unmöglich. „Was für ein Desaster. Ich habe so hart gearbeitet, um für den Giro fit zu werden“, sagte Yates. Sein Zwillingsbruder Simon hatte die Italien-Rundfahrt im vergangenen Jahr gewonnen.

Kettenreaktion nach Soler-Sturz

Der Unfall ereignete sich rund 23 Kilometer vor dem Ziel in Weliko Tarnowo auf leicht abschüssiger Strecke. Soler rutschte weg und löste damit eine Kettenreaktion aus, in die etwa 35 Fahrer verwickelt waren. Einige prallten dabei mit voller Wucht gegen die Leitplanken. Das Rennen wurde zwischenzeitlich neutralisiert, Rettungswagen rückten an.

Beim UAE-Team gingen fünf von acht Fahrern zu Boden. Auch andere Profis mussten das Rennen noch vor dem Wechsel nach Italien aufgeben. Der Italiener Andrea Vendrame erlitt laut Berichten einen dreifachen Wirbelbruch. Zudem schieden Santiago Buitrago aus Kolumbien, Adne Holter aus Norwegen und Matteo Moschetti aus Italien mit verschiedenen Verletzungen aus.

Schon zum Auftakt am Freitag hatte es im Sprintfinale einen schweren Crash gegeben. Rund 650 Meter vor dem Ziel stürzten mehrere Fahrer, sodass nur noch eine kleine Gruppe den Tagessieg unter sich ausmachte.

Dritte Etappe ohne weitere Zwischenfälle

Immerhin verlief die dritte Etappe am Sonntag ohne weitere Stürze. Den Tagessieg nach 175 Kilometern von Plowdiw nach Sofia sicherte sich der Franzose Paul Magnier im Sprint vor dem Italiener Jonathan Milan und dem Niederländer Dylan Groenewegen. Magnier hatte bereits den Auftakt in Burgas gewonnen.

Das Rosa Trikot trägt weiterhin der Uruguayer Guillermo Thomas Silva. Nach dem Ruhetag am Montag macht sich der Tross auf den Weg nach Italien.

Neuer Rückschlag für UAE

Beim UAE-Team steht das Sportliche nach den vielen Ausfällen zunächst kaum im Mittelpunkt. Soler und Yates waren eigentlich auch als wichtige Unterstützer für Pogacar bei der in acht Wochen beginnenden Tour de France eingeplant. UAE-Teamchef Mauro Gianetti sprach von einem niederschmetternden Auftakt: „So in den Giro zu starten, ist wirklich entmutigend.“ Zugleich betonte er, das Team werde nun nicht untätig bleiben und in Selbstmitleid verfallen.

Die Sturzserie zieht sich bereits durch die gesamte Saison des Rennstalls. Für Jay Vine ist es schon der zweite schwere Zwischenfall in diesem Jahr. Bei der Tour Down Under war er von einem Känguru zu Fall gebracht worden und hatte sich dabei das Handgelenk gebrochen.

Immerhin blieb Pogacar bislang von solchen Verletzungen verschont. Der Weltmeister und Tour-Sieger hat in der Vergangenheit oft genug gezeigt, dass er Rennen notfalls auch ohne große Unterstützung entscheiden kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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